by Robert Reinick (1805 - 1852)

Die Sterne
Language: German (Deutsch) 
Einst wandert' ich bis in die Nacht,
Da blickt' ein Stern in voller Pracht
Vom Himmel auf mich nieder.
Ich fragte gar nicht, wie er hieß,
Woher, wohin und das und dies:
Ich nickt' ihm freundlich wieder zu
Und sprach: "Du liebes Sternlein du,
Sei du mein Freund für diese Nacht,
Der mich begleitet, mich bewacht,
Und kommst du morgen wieder her,
Da sprechen wir mitsammen mehr.
Grüß Gott, du liebes Sternlein!"

Und als ich kam ein wenig fern,
Da schaut ich einen andern Stern
Ob eines Haufes Pforten.
Ich fragte gar nicht, wie er hieß,
Woher, wohin und das und dies,
Ich sah bei der Laterne Schein, 
Da müss' ein gutes Wirthshaus sein,
Und sprach: "Du liebes Sternlein du,
Gieb mir für heute sanfte Ruh'
Und morgen einen guten Wein,
So wollen wir zwei Freunde sein.
Grüß Gott, du liebes Sternlein!"

Und wie ich Morgens aus dem Haus
Tret' in die frische Welt hinaus
Und will am Born mich laben,
Da leuchten dort zwei Sterne gar
Aus eines Mädchens Augenpaar.
Ich fragte gar nicht, wie sie hieß,
Wohin, woher und das und dies,
Und sprach: "Ihr Sterne lieb und licht,
Euch laß ich nun und nimmer nicht."
Da wurden die zwei Sterne mein,
Und werden's wohl auf ewig sein.
Grüß Gott, ihr lieben Sternlein! 

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website: 2011-10-29 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:04:38
Line count: 36
Word count: 215