by Robert Eduard Prutz (1816 - 1872)

O Herz, du mußt dich fassen
Language: German (Deutsch) 
O Herz, du mußt dich fassen, 
Du hast's ja lang gewußt, 
Mußt fliehen und verlassen 
Die süße Liebeslust!  

Wohl hab' ich jeden Morgen, 
Wohl jede Mitternacht 
Mit langem, bangem Sorgen
An diesen Tag gedacht. 

Wie, dacht' ich, willst du's tragen, 
Wenn es nun Scheiden heißt? 
Wie, dacht' ich, willst du's wagen, 
Wenn Herz an Herz sich reißt?  

Nun ist der Tag gekommen, 
Daß ich von dannen muß,  
Der Abschied wird genommen 
Mit einem flücht'gen Kuß. 

Kein Wörtchen wird gesprochen, 
Wir schaun uns ins Gesicht:  
O Herz, was soll dies Pochen! 
Herz, warum brichst du nicht? 

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Confirmed with Robert Eduard Prutz, Gedichte, zweite Auflage, Leipzig: Otto Wigand, 1844, page 205. Appears in Lyrisches. Zweites Buch, in Frühlingsliebe, no. 9.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-07-01
Line count: 20
Word count: 95