by Christian Reinhold (1813 - 1856)

Der Gebirgssohn
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
  Ein Jäger bin ich flink und frisch,
Die Berge sind mein Haus;
Die grüne Alpe ist mein Tisch
Mit manchem duft'gen Strauß.

  Der Gemse folg' ich manchen Tag,
Hab' oft bei Nacht nicht Rast;
Und, wie ich auch mich plagen mag,
So ist mir's keine Last.

  Im Thale drunten wird mir weh,
Vom Herzen fehlt ein Stück;
Und, wenn ich dort die Liebste seh',
Ist's nur ein halbes Glück.

  Da brennt mein Rohr mir in der Hand,
Da glüht mir das Gesicht;
Hab', eh' ich's weiß, den Hahn gespannt,
Kann ruhig sitzen nicht.

  Und, soll ich athmen, muß ich gehn
Bergwärts zurück geschwind
Und von der Steilwand niedersehn,
Umbraust vom Morgenwind.

  Dann seh' ich mir die Gipfel an,
Und merk' mir Weg und Steg,
Wo man herunterschießen kann,
Kommt einst der Feind den Weg.

  Und, denk' ich dran, da glüht mein Herz,
Erwarten kann ich's kaum;
Und andre Lust und andrer Schmerz
Erscheint mir wie ein Traum.

Confirmed with C. Reinhold, Gedichte, Stuttgart: Carl Mäcken, 1853, pages 111-112.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Kaspar Jakob Bischoff (1823 - 1893), "Der Gebirgssohn", op. 55 (Vier Gesänge für eine Bariton- oder Mezzo-Sopran-Stimme mit Pianoforte-Begleitung) no. 2, published 1875 [ baritone or mezzo-soprano and piano ], Kiel, Thiemer [sung text not yet checked]

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "The son of the mountains", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2021-03-31
Line count: 28
Word count: 158