by Georg Scherer (1824 - 1909)

O Wunder, das der Welt geschah
Language: German (Deutsch) 
O Wunder, das der Welt geschah 
Nach wintertrüben Tagen  -- 
Es grünt, es blüht, der Lenz ist da
Und Nachtigallen schlagen;
Es singt in jedem Busch und Strauch,
Wohlan, o Mädchen, sing nun auch!

Nun schwärmt von dem gewohnten Dach
In's Feld hinaus die Taube;  
Es tönt um jeden Wiesenbach,
Um jede Blüthenlaube;  
Ein Klang ist jeder Frühlingshauch, 
Wohlan, o Mädchen, sing nun auch! 

Und fragst du, was aus voller Brust
Die Nachtigallen singen,
Warum in heller Liederlust
Die Wälder all erklingen?
Das ist die Frühlingsherrlichkeit
Der Welt in schöner Maienzeit.

Sing mit!  Doch wie, was kündet mir
Der Purpur deiner Wangen?     
Ist schon ein andrer Frühling dir
Im Herzen aufgegangen?
Dann weiß ich wohl, kein Lied vermag
Zu preisen solchen Maientag.

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Confirmed with Gedichte von Georg Scherer, vierte, vermehrte Auflage, Stuttgart, Leipzig, Berlin, Wien: Deutsche Verlags-Anstalt, 1894. Appears in Lieder, pages 47 - 48.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2019-01-02
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