possibly by Johann Rist (1607 - 1667) and possibly by Friedrich Spee von Langenfeld (1591 - 1635)

O Traurigkeit, o Herzeleid 
Language: German (Deutsch) 
O Traurigkeit,
O Herzeleid!
Ist das nicht zu beklagen?
Gott des Vaters einig Kind
Wird ins Grab getragen.

O große Not!
Gott selbst ist tot,
Am Kreuz ist er gestorben,
Hat dadurch das Himmelreich
Uns aus Lieb' erworben. 

O Menschenkind,
Nur deine Sünd'
Hat dieses angerichtet,
Da du durch die Missetat
Warest ganz vernichtet. 

Dein Bräutigam,
Das Gotteslamm,
Liegt hier mit Blut beflossen,
Welches er ganz mildiglich
Hat für dich vergossen

O süßer Mund,
O Glaubensgrund,
Wie bist du doch zerschlagen!
Alles, was auf Erden lebt,
Muß dich ja beklagen. 

O lieblich Bild,
Schön zart und mild,
Du Söhnlein der Jungfrauen,
Niemand kann dein heisses Blut
Sonder Reu' anschauen. 

O selig ist
Zu aller Frist,
Der dieses recht bedenket,
Wie der Herr der Herrlichkeit
Wird ins Grab gesenket! 

O Jesu, du
Mein' Hilf' und Ruh',
Ich bitte dich mit Tränen:
Hilf, daß ich mich bis ins Grab
Nach dir möge sehnen!

Note: various sources give the author as Spee or Rist, with different dates. It may be that the first stanza alone is by Spee (1628) and the rest is by Rist (1641).

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Harry Joelson

Text added to the website: 2012-04-04 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:04:52
Line count: 40
Word count: 151