Es kamen drei Schneider wohl an den...
Language: German (Deutsch) 
Es kamen drei Schneider wohl an den Rhein
Und kehrten beim Gastwirth zu Ingelheim ein,
Am Rhein, am Rhein.
Sie hatten im Sack keinen Heller mehr,
Doch dürstete Jeden von ihnen gar sehr
Nach Wein, nach Wein. 

Herr Wirth, wir ha'n keinen Kreutzer Geld,
Doch waren wir weit herum in der Welt,
Am Rhein, am Rhein. 
Wir können ein Jeder ein Meisterstück,
Das lehren wir ihn, das bringt ihm Glück,
Für Wein, für Wein. 

Ihr Burschen, ich will euer Narre nicht sein,
Ich bin ja der Gastwirth von Ingelheim,
Am Rhein, am Rhein. 
Und könnt ihr nicht Jeder ein Meisterstück,
So brech' ich auch Jedem von Euch das Genick
Statt Wein, statt Wein.

Der Erste nun fing einen Sonnenstrahl
Und fädelt in ein in die Nadel von Stahl,
Am Rhein, am Rhein.
Er näht' ein zerbrochnes Weinglas zusamm,
Daß man auch die Naht nicht erkennen kann,
Im Wein, im Wein. 

Der Zweite darauf eine Mücke fing,
Die g'rad über seine Nase ging,
Am Rhein, am Rhein. 
Die Mücke, die hatt' in dem Strumpfe ein Loch,
So klein es auch war, er stopfte es doch
Für Wein, für Wein. 

Der Dritte der nahm nun die Nadel zur Hand
Und bohrte sie mächtig und tief in die Wand,
Am Rhein, am Rhein. 
Er flog wie ein Blitzstrahl durchs Nadelöhr,  -- 
Ich hab' es gesehen bei meiner Ehr',  
Beim Wein, beim Wein. 

Der Wirth sprach:  So 'was hab' ich nie noch geseh'n,
D'rum soll Euch, ihr Bursch', auch mein Dank nicht entgeh'n,
Am Rhein, am Rhein.
Er nahm einen Fingerhut schenkte ihn voll,
Da, Burschen, nun sauft Euch auch voll und toll
Im Wein, im Wein. 

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Confirmed with Karl Reginald Herloß, Buch der Liebe, Leipzig: Fest'che Buchhandlung, 1842, pages 77 - 79. Note: some editions have "Mit Wein, mit Wein" in stanza 3, line 6.


Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull

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