by (Karl) Wilhelm Osterwald (1820 - 1887)

Zwei Röslein thät sie schneiden
Language: German (Deutsch) 
Zwei Röslein thät sie schneiden, 
  Zwei Röslein roth wie Blut 
Und frisch wie ihre Wangen,
Die steckt' sie mir beim Scheiden,
Da sie mein Arm umfangen,
  Mit Thränen auf den Hut.

,,Lieber Schatz, nun laß Dein Weinen,
  Die Liebe welket nicht,
So wie die Rosen sterben.``
So ging ich von der Kleinen 
Und sahe weiß sich färben
  Ihr lieblich Angesicht.

Ade! nun komm' geschwinde,
  Du weißer Winterschnee,
Mein Sommer ist verglommen.
Wann weh'n die Frühlingswinde,
Da ich kann wiederkommen 
  Und nie mehr sag' Ade? 

Die Rose welket schnelle 
  Und wird bald wieder grün,
Dann röthen sich die Wangen:
Und an der lieben Stelle,
Wo rothe Rosen prangen,
  Wird auch die Myrte blüh'n.

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Confirmed with Gedichte von Wilhelm Osterwald, Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage, Leipzig, Verlag von F. G. C. Leuckart (Constantin Sander), 1873, pages 17-18.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2013-12-08
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