by Rudolph Baumbach (1840 - 1905)

Nicht kann ich länger helfen mir
Language: German (Deutsch) 
Nicht kann ich länger helfen mir,
Ich werd' ein Weltverächter.
Die Menschen und das liebe Bier,
Die warden täglich schlechter. 
Ade, du Welt, so falsch und kalt!    
Ich ziehe in den düstern Wald  
Und werd' ein Eremite. 

Auf einer grünen Waldesau  
An stiller, kühler Stelle 
Dem heiligen Gambrinus bau'
Ich eine Waldkapelle. 
Ich nehm' dazu ein altes Fass
Und droben wird ein Deckenglas 
Als Glocke aufgehangen. 

Und wenn zur Vesperzeit erschallt
Mein Glöcklein klar und helle,  
Dann pilgert durch den finstern Wald
Zur traulichen Kappelle
Mit vollen Krügen Bier beschwert
Die Menschheit, so noch fromm verehrt
Den heiligen Gambrinum. 

Es lagern sich im Kreis umher
Die frommen Potatores,
Wir trinken alle Krügen leer
Gambrini in honores; 
Mein Glöcklein läutet bim, bim, bam 
Wohl in majorem gloriam
Sanctissimi Gambrini. 

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Confirmed with Mein Frühjahr: gesammelte Gedichte, published 1886. Leipzig: A. G. Liebeskind. Under the sub-heading Vom Durste, pages 119 - 120.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2017-07-01
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