Fünf Lieder aus "Stürme" von Carmen Sylva für 1 Singstimme mit Pianofortebegleitung

Song Cycle by Friedrich August Naubert (1839 - 1897)

Word count: 558

1. Es rieselt am Rheine [sung text not yet checked]

Es rieselt im Rheine, 
Es wiegt in den Wellen,
Vom Riedgras zum Steine
Ein Plätschern, ein Quellen.

Es lachte die Schöne 
Vom Felsen so heiter,
Nun wirbeln die Töne 
Die Wellen schon weiter.

Die Glocken, die tragen 
Es weit durch die Gauen,
Und singen und sagen 
Die Lust meiner Frauen.

Es ahnt nicht die Traute 
Mein liebend Verlangen,
Nun hat meine Laute 
Ihr Lachen gefangen! 

Authorship

Confirmed with Stürme, Zweite Auflage, Bonn: Verlag von Emil Strauß, 1886, pages 56-57


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2. Durch den Wald kam ein fröhlich Lied [sung text not yet checked]

Durch den Wald, durch den Wald kam ein fröhlich Lied 
Auf luftigen Schwingen gezogen,
Wie der Westwind säuselnd durch Buchwald zieht,
Ist's um die Harfe geflogen,
Die singt es weiter, dem grünen Rhein,
Drum wissen's die Bäume, die Vögelein 
Die ewig flüsternden Wogen.

Durch den Wald, durch den Wald zog die Liebe hin,
Das war ein Knospen, ein Schwellen,
Es weckte die Vöglein die Sängerin,
Sie küßte die Blumen, die Quellen,
Die sangen und sagten's dem grünen Rhein, 
Drum wissen's die Bäume, der Sonnenschein,
Die heimlich flüsternden Wellen.

Durch den Wald, durch den Wald kam der Sturm daher, 
Hat Lied und Liebe gefangen,
Er trug sie fort auf das weite Meer,
Im Hain ist's Blühen vergangen,
Nun wartet träumend der tiefe Rhein,
Es harren die Harfe die Vögelein
Und flüstern von Sehnen, Verlangen.

Authorship

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Confirmed with Stürme, Zweite Auflage, Bonn: Verlag von Emil Strauß, 1886, page 81


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3. Ich wollt', ich wär' die Harfe dein [sung text not yet checked]

Ich wollt', ich wär' die Harfe dein:
In deinen Händen würd' ich beben! 
Ich möchte wohl der Sturmwind fein:
Um deine Locken würd' ich schweben! 
An deinem Fenster säng' ich dann, 
Mich hielten nicht Buchen, nicht Tannen --
Nun bin ich nur ein Reitersmann,
Und ziehe von dannen -- von dannen!

Ich wollt', ich wär' ein Edelstein: 
Auf deiner Stirne würd' ich thronen! 
Ich möcht' ein kleines Lied nur sein:
Auf deinen Lippen würd' ich wohnen,
Zum Himmel schwebte ich hinan,
Würd' alle Sterne umspannen, --
Nun bin ich nur ein Reitersmann,
Und ziehe von dannen -- von dannen! 

Ich wollt', ich wär' der grüne Rhein,
Zu deinen Füßen würd' ich liegen! 
Ich möcht' die Liebe selber sein
Und tief mich in dein Herze schmiegen,
Wo keiner mehr mich finden kann;
Wie sehr sie auch suchten und sannen --
Nun bin ich nur ein Reitersmann, 
Und ziehe von dannen -- von dannen!

Authorship

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Confirmed with Stürme, Zweite Auflage, Bonn: Verlag von Emil Strauß, 1886, pages 82-83


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4. Goldne Wellen, goldne Bäume [sung text not yet checked]

Gold'ne Wellen, gold'ne Bäume,
Alles strahlt in Glück und Glanz,
Durch die weiten Himmelsräume
Schweben unsrer Liebe Träume,
Zieht ein ew'ger Liederkranz.

Heimlich gucken aus den Wellen 
Nirenaugen, wunderbar,
All die kleinen Blätter schwellen,
Möchten zärtlich sich gesellen 
Einem sel'gen Liebespaar.

Schaukle leise, Schifflein, leise,
Wieg' zu ew'gem Glück uns ein! 
Deine silberhellen Gleise,
Wie die gold'nen Wasserkreise,
Sind der Liebe Wiederschein! 

Wie der Wind den Athem anhielt,
Und die Bäume selbst ihr Rauschen,
Daß von all dem schönen Singen 
Ja kein Laut verloren ginge. 

Authorship

Confirmed with Stürme, Zweite Auflage, Bonn: Verlag von Emil Strauß, 1886, page 136


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5. Wozu soll ich reden? [sung text not yet checked]

Wozu soll ich reden? 
Mein Wort ist so alt! 
Wozu soll ich singen?
Die Welt ist so kalt! 

Dem stürmenden Herzen
Tönt hohl es zurück,
Versunken im Meergrund 
Ist Liebe und Glück.

Wie soll ich erzählen,
Als wär' ich schon todt? --
Fast sind mir vom Weinen
Die Augen noch roth.

O! hätt' ich vergessen 
Mich selber, die Welt,
Es wäre viel besser 
[Nun]1 um mich bestellt.

Auch mich hat einst zärtlich 
Die Mutter geküßt,
Mich haben die Blumen
Als Schwester gegrüßt.

Doch nun steh' ich einsam,
Und fremd und verbannt,
Und sehne mich todt nach 
Dem sonnigen Land,

Nach einstiger Liebe
Vergessener Pein -- 
O könnt' ich noch einmal 
So unglücklich sein! 

Ich weinte noch stürmisch 
Die Augen mir roth --
Nun bin ich ein Schatten,
So kalt und so todt!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Carmen Sylva, Sappho, Leipzig: F.A. Brockhaus, 1880, pages 19-20.

1 omited by Sommer.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]