by Robert Reinick (1805 - 1852)
Wolken, die ihr nach Osten eilt
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Language: German (Deutsch)
Wolken, die ihr nach Osten eilt,
Wo die eine, die Meine weilt,
All meine Wünsche, mein Hoffen und Singen
Sollen auf eure Flügel sich schwingen,
Sollen euch Flüchtige
Zu ihr lenken,
Daß die Züchtige
Meiner in Treuen mag gedenken!
Singen noch Morgenträume sie ein,
Schwebet leise zum Garten hinein,
Senket als Tau euch in schattige Räume,
Streuet Perlen auf Blumen und Bäume,
Daß der Holdseligen,
Kommt sie gegangen,
Alle die fröhlichen
Blüten sich öffnen mit lichterem Prangen!
Doch vor des Tages verletzender Gluth,
Freundliche Wolken, o, nehmt sie in Hut!
Wollet in lichtem, in luftigem Schweben
Dann einen duftigen Schleier weben:
Rufet die spielenden
Luftgenossen,
Daß von kühlenden
Westen werde die Süße umflossen!
Und am Abend, in stiller Ruh'
Breitet der sinkenden Sonne euch zu!
Mögt mit Purpur und Gold euch malen,
Mögt in dem Meere von Gluten und Strahlen
Leicht sich schwingende
Schifflein fahren,
Daß sie singende
Engel glaubet auf euch zu gewahren.
Ja, wohl möchten es Engel sein,
Wäre mein Herz gleich ihrem rein;
All' meine Wünsche, mein Hoffen und Singen
Zieht ja dahin auf euren Schwingen,
Euch, ihr Flüchtigen,
Hinzulenken
Zu der Züchtigen,
Der ich einzig nur mag gedenken!
R. Schumann sets stanzas 1-2, 4-5
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- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Liebesbotschaft", appears in Lieder, in Frühling und Liebe, first published 1844 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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