by Albert Stadler (1794 - 1884)
Schwüler Hauch weht mir herüber
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Language: German (Deutsch)
"Schwüler Hauch weht mir herüber, Welkt die Blum' an meiner Brust. Ach, wo weilst du, Wilhelm, Lieber? Meiner Seele süße Lust! Ewig Weinen, Nie Erscheinen! Schläfst wohl schon im kühlen Schooße, Denkst auch mein noch unterm Moose?" Minna weinet, es verflogen Mählig Wang- und Lippenroth. Wilhelm war hinausgezogen Mit den Reihn zum Schlachtentod. Von der Stunde Keine Kunde! Schläft wohl längst im kühlen Schooße, Denkt dein Minna unterm Moose. Liebchen sitzt im stillen Harme, Sieht die gold'nen Sternlein ziehn, Und der Mond schaut auf die Arme Mitleidsvollen Blickes hin. Horch, da wehen Aus den Höhen Abendlüftchen ihr herüber; Dort am Felsen harrt dein Lieber. Minna eilt im Mondenflimmer Bleich und ahnend durch die Flur, Findet ihren Wilhelm nimmer, Findet seinen Hügel nur. "Bin bald drüben Bei dir Lieben, Sagst mir aus dem kühlen Schooße: Denk' dein, Minna, unterm Moose." Und viel tausend Blümchen steigen Freundlich aus dem Grab herauf. Minna kennt die Liebeszeugen, Bettet sich ein Plätzchen drauf. "Bin gleich drüben Bei dir Lieben!" Legt sich auf die Blümchen nieder Findet ihren Wilhelm wieder.
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View text with all available footnotesConfirmed with a copy of Schubert's manuscript, written by Stadler himself (University Library, Lund, Sweden)
Text Authorship:
- by Albert Stadler (1794 - 1884), "Lieb Minna. Romanze."
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Research team for this page: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 40
Word count: 175