by Johann Friedrich Kind (1768 - 1843)
Das Veilchen im Thale
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Language: German (Deutsch)
Ein Veilchen blüht im Thale, Erwacht am Morgenstrahle; So duftig und so blau Ist kein's mehr auf der Au'. Still guckt es aus dem Moose; In seinem goldnen Schooße Blinkt Thau so hell und rein, Wie flüß'ger Edelstein. "Willst hier so ungesehen In kaltem Moos vergehen? Komm mit in mild'res Thal, In schön'rer Sonnen Strahl." "Sollst dort in lauern Zonen, In Blumenhügeln wohnen, Wo nie der Schnee vergeht, Doch ew'ger Frühling weht!" Das Veilchen ließ sich pflücken, Ein mild'res Thal zu schmücken, Und dunkler schien sein Blau In blendend weißer Au'. Und von des Busens Klopfen Entfiel des Thaues Tropfen; Nie schön're Stelle fand Der reichste Diamant. Wie zart der Tropfen schmückte! Das Veilchen sah's und drückte In süßem Liebeswahn Den Kelch noch inn'ger an. Im Sitz der Frühlingslüfte Verhaucht' es seine Düfte Am reinsten Sonnenstrahl, Und starb im schönsten Thal.
C. Weber sets stanzas 1-4
Confirmed with Friedrich Kind’s Gedichte, Dritte, verbesserte und vollständige Auflage, Wien und Prag: In der Tänzer'schen Buchhandlung, 1820, pages 128-130
Note: in modern German spelling, "Thale" is "Tale".
Text Authorship:
- by Johann Friedrich Kind (1768 - 1843), "Das Veilchen im Thale", written 1817, appears in Gedichte [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2004-03-28
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