O wohl trüb ist die Zeit, wo der frostige Gast, Wo mit knöchernem Arme das Alter uns faßt, Und die feurige Lust, die noch jüngst uns beseelt, Wie ein Märchen uns deucht, das am Herd man erzählt. Doch der Wein bringet wieder, Was zu rasch uns entfloh, Bringt Erinnrung und Lieder - Altes Herz, altes Herz, und was glühest du so! Grün waren die Lauben, und sonnig die Stund', Da mein Mädchen ich küßt' auf den frischroten Mund, Da nicht Süßres ich wußt' als ihr Auge so blau - Ach, der Herbst kommt zum Wald, und die Locke wird grau. Doch der Wein bringet wieder, Was zu rasch uns entfloh, Bringt Jugend und Lieder - Altes Herz, altes Herz, und was glühest du so! Keine Träne, Herzbruder! Wir schaun von den Höhn Nach der sinkenden Sonn', und verglüht sie nicht schön? Heil uns, daß uns ward, was der Frühling nur gibt! Diesen Becher der Liebe, die einst wir geliebt! Denn der Wein bringet wieder, Was zu rasch uns entfloh, Bringt Lieb' uns und Lieder - Altes Herz, altes Herz, und was glühest du so!
3 Gedichte für vierstimmigen Männerchor , opus 13
by Johann Heinrich Stuckenschmidt (1819 - 1870)
1. Trinklied der Alten  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Trinklied der Alten"
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2. Zu deinen Füssen will ich ruhn  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Zu deinen Füßen will ich ruhn, Und dir in's Auge schaun, Die blaue Nacht mag leise nun Auf uns herniederthaun, Schon tauchet aus dem stillen See Des Mondes Bild empor, Und kühner streift das scheue Reh Durch Wald und Wiesenmoor. Mein Haupt laß ruhn auf deinem Schooß, Da ruht es sanft und weich. Wie ist der Himmel weit und groß, Wie ist die Erde reich! Der schönste Stern in blauer Nacht, Der schönste Stern bist du, In deines Lichtes sanfter Pracht O gönne mir die Ruh! An deinem Herzen laß mich ruhn Nur kurze, seelge Zeit! Kein Lauscher kündet unser Thun, Die Welt ist traumgefeit. An deinen Lippen laß mich ruhn, Eh noch die Nacht verglimmt, Bis unsre Seele träumend nun In Seeligkeit verschwimmt!
Text Authorship:
- by Otto Roquette (1824 - 1896), title 1: "Selige Ruhe", title 2: "Zu deinen Füßen will ich ruhn", appears in Liederbuch
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta’scher Verlag, 1852, pages 65-66
3. Gesang auf den Lippen  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Gesang auf den Lippen, am Hütlein den Strauß, im Herzen lenzwonniges Minnen, in die Welt hinein aus dem dumpfigen Haus, Frau Sorge bleibe hübsch drinnen. Sie berge daheim nur ihr grämlich Gesicht, ich danke für ihr Geleite, sonst blüh'n ja vor Schrecken die Blumen nicht, der Vogel verstummt, wo ich schreite. Du aber, Freude, du liebliches Kind, mit den lustig flatternden Haaren: der Frühling ist da, so komm nun geschwind, mit mir die Welt zu durchfahren.