Vier Gedichte aus Saphir's Wilde Rosen für 1 Singstimme mit Pianofortebegleitung

Song Cycle by Nicolaus von Konkoly

1. Vom Sehen kommt das Lieben [sung text not yet checked]

Vom Sehen kommt das Lieben, 
  Vom Lieben kommt das Wähnen, 
Vom Wähnen kommt das Hoffen,
  Vom Hoffen kommt das Sehnen! 

Vom Sehnen kommt das Suchen,
  Vom Suchen kommt das Bangen,
Vom Bangen kommt das Wünschen,
  Vom Wünschen kommt Verlangen! 

Vom Sehen kommt denn Alles! 
  Die Freuden und die Wehen!
Vom Sehen kommt die Sehnsucht,
  Denn Sehnsucht sucht zu sehen! 

Denn Sehnsucht sucht zu sehen,
  Zu suchen und zu gehen;
Zu sehen, was sie quälet,
  Zu suchen Leid und Wehen! 

D'rum hütet Euch vor Sehen! 
  Vom Sehen kommt das Leiden! 
Doch ich möcht' lieber sterben,
  Als sie zu seh'n vermeiden!

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2. Es wandern viel Ströme [sung text not yet checked]

Es wandern viel Ströme, 
  Sie fallen in's Meer;
Das Meer wird nicht voller,
  Die Ströme nicht leer! 
Mein Herz strömt viel Liebe 
  In's Herz Dir so sehr;
Dein Herz wird nicht voller,
  Mein Herz wird nicht leer!

Es fallen viel Sternlein 
  Vom Himmel zur Nacht;
Der Himmel bringt immer 
  Noch neue voll Pracht;
Ich hab' Dir viel Lieder
  In Liebe gebracht;
Mein Herz hat mich immer 
  Mit neuen bedacht!

Auf tausend von Fragen 
  Gibt Echo Bescheid;
Und ist doch zur Antwort
  Stets willig bereit;
Und fragst Du 'mal Tausend:
 "Liebst Du mich noch heut'?"
Mein Herz stets erwiedert: 
  "Für ewige Zeit!" --

Authorship:

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3. Aus dem Leib nahmst du mir mein Herz [sung text not yet checked]

Aus dem Leib nahmst Du mir mein Herz, 
  Was hast Du mit dem Herzen gemacht? 
Aus dem Herz nahmst Du mir mein Lied, 
  Wo hast Du das Lied hingebracht?

Aus dem Kopf nahmst Du das Denken mir,
  Und doch denkst Du meiner nicht! 
Aus dem Schlaf die Träume Du nahmst,
  Weil ein jeder von Dir nur spricht.

Du nahmst mir viel, Du nahmst mir All's! 
  Gesang und Lied, Gedanken, Traum;
Und gabst dafür nur wenig mir,
  Und gabst mir Hoffnung kaum: 

Doch was Du gabst, wie wenig auch,
  Es ist des Lebens gold'ner Baum,
Denn aus dem Zweig der Hoffnung blüht 
  Gesang und Lied, Gedanken, Traum.

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4. Einen Tag nur in der Woche [sung text not yet checked]

Einen Tag nur in der Woche 
Darf ich hoffen, sie zu sehen, 
Dieser Tag kömmt glanzvoll, strahlend,
Alle Andern farblos gehen.

Eine Stund' in diesem Tage 
Ist sie mir nicht ganz so ferne;
Dieser süßen Stund' zu Liebe
Harr' ich lange Tage gerne! 

Zwei Minuten dieser Stunde 
Sind gegönnt mir, ihr zu sagen 
All' mein Denken, Fühlen, Sehnen,
Hoffen, Wünschen, Bangen, Klagen! 

Und in diesen zwei Minuten 
Hält Verstummen mick gebunden,
Ihr mein Herz zu offenbaren,
Voll von Dornen, Blut und Wunden. 

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