Tafel-Lieder für Männerstimmen. Heft IV. von F. F. Flemming

Song Cycle by Friedrich Ferdinand Flemming (1778 - 1813)

Word count: 380

1. Lebensansicht [sung text checked 1 time]

Unter dicht gewölbten Lauben 
Sammelt' uns das Ungefähr: 
Doch uns winkt das Gold der Trauben, 
Keiner fragt, wo bist du her? 
Zu was hälf' es, sich zu nennen? 
Zu was dient' es, sich zu kennen? 
Menschen sind wir froh und warm, 
Sonder Arglist, sonder Harm  --  

Freundschaft entsteiget 
Lieblich dem Becher!  
[Sind wir doch alle
Lustige]1 Zecher.  

Wild und feindlich ist das Leben, 
Und es weilt die Liebe fern,  
Keiner will dem Andern geben, 
Aber jeder nähme gern.  
Doch wenn volle Gläser winken, 
Wenn wir ihren Necktar trinken, 
Sind wir jedem Wesen gut, 
Theilen freundlich Gut und Blut.  

Sagt mir, wer brauchet 
Freundliche Gabe,  
Und mit ihn theil' ich  
Gern, was ich habe.  

Der Betrug, die Arglist schleichet    
Um uns her mit frommen Blick, 
Das Vertrauen  --  es entweichet, 
Ach, und kehret nie zurück.  
Doch in Bacchus' heil'gen Gaben   
Wird des Argwohns Schmerz begraben,    
Und den Blick von Lust bethaut 
Liebt der Zecher und vertraut.  

Wahrlich ich weiß es 
Wie du es meinest, 
Wahrlich, du bist so, 
Wie du mir scheinest.  

Und mit dem Vertrau'n versieget 
Auch die Wahrheit in der Brust.  
Der Betrogene betrieget, 
Wird sich eig'ner Schuld bewußt.  
Doch an Bacchus' heil'gen Gluthen   
Wärmt sich neu das Herz zum Guten,  
Keimt der Wahrheit Blüthe neu, 
Jeder fühlt sich rein und treu. 

Sieh mir in's Antlitz, 
Wie ich es meine, 
Wahrlich, ich bin so, 
Wie ich dir scheine.  

Und so schwenket froh die Becher, 
Jubelnd töne der Gesang;   
Denn gerettet ist der Zecher 
Aus des Lebens wildem Drang.  
Gold'ne Zeiten kehren wieder, 
Alle, alle sind wir Brüder, 
Und Vertrauen, Glück und Lust 
Wohnt in Jedes treuer Brust.  

Reich' mir die Hand her, 
Daß ich sie drücke!  
Komm',  daß mein Arm dich   
Liebend umstricke.  

Authorship

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Confirmed with Gedichte von Carl Streckfuß. Neueste Auflage, Wien: bei B. Ph. Bauer, 1817. Pages 35 - 38.

1 Flemming: "Höhere Freude / Winket dem"

Researcher for this text: Melanie Trumbull

2. Altes Lied von den drei schönsten Gaben [sung text not yet checked]

Dulce cum sodalibus
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

3. Zechers Reichthum [sung text not yet checked]

Wir sind die Könige der Welt
 . . . . . . . . . .

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Authorship

4. Die Liedertafel [sung text not yet checked]

Hoch lebe der Meister der Tafel
 . . . . . . . . . .

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Authorship

5. Ode XXII aus dem Horaz [sung text checked 1 time]

Integer vitae scelerisque purus
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nec venenatis gravida sagittis,
  Fusce, pharetra,

sive per Syrtis iter aestuosas
sive facturus per inhospitalem
Caucasum vel quae loca fabulosus
  lambit Hydaspes.

namque me silva lupus in Sabina,
dum meam canto Lalagen et ultra
terminum curis vagor expeditis,
  fugit inermem,

quale portentum neque militaris
Daunias latis alit aesculetis
nec Iubae tellus generat, leonum
  arida nutrix.

pone me pigris ubi nulla campis
arbor aestiva recreatur aura,
quod latus mundi nebulae malusque
  Iuppiter urget,

pone sub curru nimium propinqui
solis, in terra domibus negata:
dulce ridentem Lalagen amabo,
  dulce loquentem.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

Confirmed with Quintus Horatius Flaccius, Quinti Horatii Flacci Opera, published 1822, Londini: in usum Scholae Cartusianae, from Carminum, Liber Primus, as "Ode XXII", pages 31 - 32.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull