Erntelieder

Song Cycle by Conrad (Eduard Reinhold) Ansorge (1862 - 1930)

Word count: 331

1. Und wieder ein Gang durch die Heide [sung text checked 1 time]

Und wieder ein Gang durch die Heide,
ein Gang im Glück.
Die gold'nen Bienen summen
voll süßer Schwere.
In des Himmels blauer Leere
hängt ein Weih!
Und sonst keine Regung rings,
kein Schrei.
Die Fernen verschwimmen
im lichten Dunst.
Dein Herz lauscht den Immen
und wird so still,
es hört den Sommer, 
der es mit tausend Stimmen
leise, leise verzaubern will.

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2. Sieh wie hell der Himmel quillt [sung text checked 1 time]

Sieh! wie hell der Himmel quillt!
Göttin Fruchtbarkeit ist aufgewacht.
Wie die Welt in deinem Lichte schwillt,
mütterliche Sternennacht!
Blüten stäuben, Käfer surren, Vögel locken,
Menschensehnsucht wird zum Liebeslaut ...
Sommernächte voll von Hochzeitsglocken,
aller Welt gewalt'ge Pulse stocken,
von der ew'gen Kraft betaut.

Authorship

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3. Du träumst so süß im Sommerwind  [sung text checked 1 time]

Du träumst so süß im Sommerwind,
die Mutter trägt dich, schlafendes Kind.
Deine Mutter hat nur einen grauen Rock,
aber ihr Haar ist ein gülden Gelock.
Geh'n ihre Augen über dich hin,
ruht dein blauer Himmel darin.

Authorship

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4. Ginstergold und rote Haide  [sung text checked 1 time]

Ginstergold und rote Heide,
regungsloser Sommertag.
Jungfräulich im Sonntagskleide
träumt der lichte Birkenschlag.

Keine harten Laute stören,
alles dehnt sich klar und weit.
Und du kannst das Atmen hören
schlafender Unendlichkeit.

Authorship

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5. Ein heller Teich mit dem Himmel drin [sung text checked 1 time]

Ein heller Teich mit dem Himmel d'rin;
rings zieh'n sich sonnige Büsche hin.
Und Knaben plätschern im Wasser und schrei'n;
ihre Leiber schimmern im Sonnenschein.
Von schlagenden Herzen und schäumendem Blut
erzählt ihr lachender Übermut.
Goldtropfen spritzen von Hand zu Hand...
Ein Jubel sprüht über das ganze Land.
Und die Wolken des Himmels stehen still,
weil keine sein Spiegelbild stören will.

Authorship

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6. Hier steht das Korn in vollen Garben [sung text checked 1 time]

Hier steht das Korn in vollen Garben,
die Felder sind von Sonne satt,
dein Auge schwelgt in sel'gen Farben,
da hinten raucht so still die Stadt.

Was einst dich schmerzte, hält nun Frieden;
sieh dort den Baum, er regt kein Blatt!
Dein Herz vergisst, du hast nun Frieden;
da hinten raucht so still die Stadt.

Authorship

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7. Sterne kommen [sung text checked 1 time]

Sterne kommen ... Welt und Weh' geht schlafen,
was dich mit Gedankenglut entfacht,
alles laute Leben will sich wenden.
Sieh! An allen Himmelsenden
steh'n die Feuer froher Nacht.
Und dahinter ruht das Schweigen:
Fühle du's! Den ewigen Reigen
hat noch keiner ausgedacht.

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