Liebesleben. Lieder-Cyclus für eine Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Adalbert Ûberlée (1837 - 1897)

Word count: 494

1. Liebeshoffnung [sung text not yet checked]

Ich thöricht Kind
Ich liebe Dich,
Und weiß doch nimmer: 
Liebst Du auch mich? 
  Ich fragte die Blumen 
  Groß und klein;
  Ach leider die meisten 
  Sie sagten Nein. -- 
  Die dummen Blumen
  Sie wissen nicht 
Was es heißt, was es heißt: "Er liebt mich nicht." 

Ich thöricht Kind 
Ich liebe Dich,
Und wähne immer:
Du liebst auch mich.
  Ich fragte mein Herze: 
  "Was meinest Du?"
  Das rief mir freudig
  "Er liebt Dich" zu.
  O du mein Herze
Weißt sicherlich,
Was es heißt, was es heißt: "Er liebet mich."

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Erklärung [sung text not yet checked]

Nun ade, ihr Blumenauen
Voller Glanz und Farbenhpracht!
Ach! ich darf euch nicht mehr schauen,
Liebe hat mich blind gemacht.

Jene Liebe zu der Einen
Macht mich gegen Alles blind,
Heißt mich froh sein, heißt mich weinen,
Und ich wein’ und bin ein Kind.

Und so recht von Herzen frag’ ich:
Liebe Rose, liebst du mich?
Und noch mehr von Herzen sag’ ich:
Schöne Ros’, ich liebe dich!

Authorship

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Confirmed with Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Auswahl von Frauenhand, Hannover, Carl Rümpler, 1862, p. 292.


Researcher for this text: Laura Prichard [Guest Editor]

3. O schneller mein Ross, mit Hast [sung text not yet checked]

[O]1 schneller, mein Roß, mit Hast,
wie säumig dünkt mich dein Jagen!
In den Wald, meine selige Last,
mein süßes Geheimnis zu tragen!

Es liegt ein trunkener Abendschein
rot dämmernd über den Gipfeln,
es jauchzen und wollen fröhlich sein
die Vöglein in allen Wipfeln.

O könnt ich steigen mit Jubelschall
wie die Lerch empor aus den Gründen,
und da droben den rosigen Himmeln all
mein Glück verkünden!

Oder ein Sturm mit Flügelgewalt
zum Meer hin brausen, dem blauen,
und dort, was im Herzen mir blüht und schallt,
den verschwiegenen Wellen vertragen!

Es darf mich hören kein menschlich Ohr,
ich kann wie die Lerche nicht steigen,
ich kann nicht wehn wie der Sturm empor
und kann es doch nimmer verschweigen.

So wiss' es, du blinkender Mond im Fluß,
so wißt es, ihr Buchen im Grunde;
Sie ist mein! Es brennt ihr Kuß
auf meinem seligen Munde.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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1 Fürst: "Nur"; further changes may exist not noted above.

Researcher for this text: John Versmoren

4. Ruhe in der Geliebten [sung text not yet checked]

So laß mich [sitzen]1 ohne Ende,
So laß mich sitzen für und für!
Leg deine beiden frommen Hände
Auf die erhitzte Stirne mir!
Auf meinen Knien, zu deinen Füßen,
Da laß mich ruhn in trunkner Lust;
Laß mich das Auge selig schließen
In deinem Arm, an deiner Brust!

Laß es mich öffnen nur dem Schimmer,
Der deines wunderbar erhellt;
In dem ich raste nun für immer,
O du mein Leben, meine Welt!
Laß es mich öffnen nur der Thräne,
Die brennend heiß sich ihm entringt;
Die hell und lustig, eh ich's wähne,
Durch die geschloßne Wimper springt!

So bin ich fromm, so bin ich stille,
So bin ich sanft, so bin ich gut?
Ich habe dich -- das ist die Fülle!
Ich habe dich -- mein Wünschen ruht!
Dein Arm ist meiner Unrast Wiege,
Vom Mohn der Liebe süß umglüht;
Und jeder deiner Athemzüge
Haucht mir in's Herz ein Schlummerlied!

Und jeder ist für mich ein Leben! --
Ha, so zu rasten Tag für Tag!
Zu lauschen so mit sel'gem Beben
Auf unsrer Herzen Wechselschlag!
In unsrer Liebe Nacht versunken,
Sind wir entflohn aus Welt und Zeit:
Wir ruhn und träumen, wir sind trunken
In seliger Verschollenheit!

Authorship

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1 Draeseke, Suter: "ruhen"; Munzinger: "träumen" (further changes may exist not noted above.)

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]