Fünf Gesänge nach Gedichten von Stefan George

Song Cycle by Conrad (Eduard Reinhold) Ansorge (1862 - 1930)

Word count: 186

1. Aus den knospen quellen sachte [sung text not yet checked]

Aus den knospen quellen sachte
Tropfen voll und klar
Da das licht auf ihnen lachte.
Und wenn meine tränen fliessen?
Was ich gestern nicht erriet
Heute bin ich es gewahr:
Dass der lezte trost mir flieht
Kann ich euch nicht mehr geniessen
Neue sonne · junges jahr.

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2. Heisst es viel dich bitten [sung text not yet checked]

Heisst es viel dich bitten
Wenn ich einmal still
Nachdem ich lang gelitten
Vor dir knieen mag?
Deine hand ergreifen
Leise drücken mag
Und im kusse streifen
Kurz und fromm und still?
Nennst du es erhören
Wenn gestreng und still
Ohne mich zu stören
Dein wink mich dulden mag?

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3. Sieh', mein kind, ich gehe [sung text not yet checked]

Sieh mein kind ich gehe.
Denn du darfst nicht kennen
Nicht einmal durch nennen
Menschen müh und wehe.
Mir ist um dich bange.
Sieh mein kind ich gehe
Dass [auf]1 deiner wange
Nicht der duft verwehe.
Würde dich belehren ·
Müsste dich versehren
Und das macht mir wehe.
Sieh mein kind ich gehe.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "See, my child, I depart", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Regarde, mon enfant, je pars", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schnabel : "von"

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4. Meine weissen ara [sung text not yet checked]

Meine weissen ara haben
safrangelbe kronen ·
Hinterm gitter wo sie wohnen
Nicken sie in schlanken ringen
Ohne ruf ohne sang ·
Schlummern lang ·
Breiten niemals ihre schwingen --
Meine weissen ara träumen
Von den fernen dattelbäumen.

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5. Waller im Schnee. Ein Cyklus in vier Gesängen

Note: this is a multi-text setting


Die steine die in meiner strasse staken
Verschwanden alle in dem weichen schooss
Der in der ferne bis zum himmel schwillt ·
Die flocken weben noch am bleichen laken

Und treibt an meine wimper sie ein stoss
So zittert sie wie wenn die träne quillt ..
Zu sternen schau ich führerlos hinan ·
Sie lassen mich mit grauser nacht allein.

Ich möchte langsam auf dem weissen plan
Mir selber unbewusst gebettet sein.
Doch wenn die wirbel mich zum abgrund trügen ·
Ihr todeswinde mich gelinde träft:

Ich suchte noch einmal nach tor und dach.
Wie leicht dass hinter jenen höhenzügen
Verborgen eine junge hoffnung schläft!
Beim ersten lauen hauche wird sie wach.

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Mir ist als ob ein blick im dunkel glimme.
So bebend wähltest du mich zum begleite
Dass ich die schwere wandrung benedeite ·
So rührte mich dein schritt und deine stimme.

Du priesest mir die pracht der stillen erde
In hrem silberlaub und kühlen strahle
Die frei der lauten freude und beschwerde.
Wir nannten sie die einsam keusche fahle

Und wir bekannten ihren rauhen mächten
Dass in den reinen lüften töne hallten
Dass sich die himmel füllten mit gestalten
So herrlich wie in keinen maien-nächten.

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Die blume die ch mir am fenster hege
Verwahrt vorm froste in der grauen scherbe
Betrübt mich nur trotz meiner guten pflege
Und hängt das haupt als ob sie langsam sterbe.

Um ihrer frühern blühenden geschicke
Erinnerung aus meinem sinn zu merzen
Erwähl ich scharfe waffen und ich knicke
Die blasse blume mit dem kranken herzen.

Was soll sie nur zur bitternis mir taugen?
Ich wünschte dass vom fenster sie verschwände ..
Nun heb ich wieder meine leeren augen
Und in die leere nacht die leeren hände.

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Dein zauber brach da blaue flüge wehten
Von grabesgrünen und von sichrem heile ·
Nun lass mich kurz noch da ich bald enteile
Vor dir wie vor dem grossen schmerze beten.

Zu raschem abschied musst du dich bequemen
Denn auf dem weiher barst die starre rinde ·
Mir däucht es dass ich morgen knospen finde ·
Ins frühjahr darf ich dich nicht mit mir nehmen.

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