Gesänge

Song Cycle by Ferdinand Schultz, Dr.

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1. Das Bienchen [sung text not yet checked]

Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!
Ei, wir tun dir nichts zuleide,
Flieg nur aus in Wald und Heide!
Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!

Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!
Such in [Blumen]1, such in Blümchen
Dir ein Tröpfchen, dir ein Krümchen
Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!

Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!
Kehre heim mit reicher Habe,
Bau uns manche volle Wabe,
Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!

Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!
Bei den Heilig-Christ-Geschenken
Wollen wir auch dein gedenken --
Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!

Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!
Wenn wir mit dem Wachsstock suchen
Pfeffernüss und Honigkuchen.
Summ, summ, summ!
Bienchen summ herum!

Authorship

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1 Reinecke: "Blüten"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Wiegenlied [sung text not yet checked]

Die Ähren nur noch nicken,
Das Haupt ist ihnen schwer;
Die müden Blumen blicken,
Nur schüchtern noch umher.

Da kommen Abendwinde,
Still wie die Engelein,
Und wiegen sanft und linde
Die Halm' und Blumen ein.

Und wie die Blumen blicken,
So schüchtern blickst du nun,
Und wie die Ähren nicken
Will auch dein Häuptlein ruh'n.

Und Abendklänge schwingen
Still wie die Engelein
Sich um die Wieg', und singen
Mein Kind in Schlummer ein.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben. Erste vollständige Ausgabe besorgt durch Dr. Lionel von Donop, Zweite Auflage, Berlin, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1878, page 183.

Note: in many older editions, the spelling of the word "Ähren" becomes "Aehren", but as can be seen in how "über" becomes "Ueber" when capitalized, this is due to the printing process and not to rules of orthography, so we use "Ähren".


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Abschied [sung text not yet checked]

Ich sah mich um viel tausend Mal
 . . . . . . . . . .

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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author

4. Die Loreley [sung text not yet checked]

  Ich weiß nicht, was [soll es]1 bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus [alten]2 Zeiten,
Das [kommt]3 mir nicht aus dem Sinn.

  Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig [fließt]4 der Rhein;
[Der Gipfel des Berges]5 funkelt
Im Abendsonnenschein.

  Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet
Sie kämmt [ihr goldenes]6 Haar.

  Sie kämmt es mit [goldenem]7 Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
[Gewaltige]8 Melodei.

  Den Schiffer im kleinen [Schiffe]9
Ergreift es mit wildem Weh;
Er [schaut]10 nicht die Felsenriffe,
Er [schaut nur hinauf]11 in die Höh'.

  Ich glaube, [die Wellen verschlingen
Am Ende]12 Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die [Lorelei]13 gethan.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Walter Meyer) , no title, copyright © 1995, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emma Lazarus) , appears in Poems and Ballads of Heinrich Heine, first published 1881
  • ENG English [singable] (Arthur Westbrook) , "The Loreley"
  • ENG English [singable] (Samuel Langhorne Clemens) , "The lorelei", appears in A Tramp Abroad, Volume 1, Leipzig: Bernhard Tauchnitz, p. 123-4, first published 1880
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • HUN Hungarian (Magyar) (Tamás Rédey) , "Lorelei", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • POL Polish (Polski) (Aleksander Kraushar) , no title, appears in Pieśni Heinego, in Powrót, no. 2
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "A Loreley", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Alfredo García) , "Lorelei", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], pages 116-117.

1 Bronsart, Liszt,: "soll's"
2 Fibich: "uralten"
3 Fibich: "geht"
4 Bürde: "fliesset"
5 Fibich: "Des Berges Gipfel"
6 Bronsart, Kinkel: "ihr goldnes"; Bürde: "das gold'ne"; C. Schumann: "ihr gold'nes"
7 Bronsart: "goldnem"; Liszt, C. Schumann: "gold'nem"
8 Bronsart, Kinkel, Liszt: "Gewalt'ge"
9 Bürde: "Kahne"
10 Fibich: "sieht"
11 Fibich: "sieht nur nach ihr"
12 Kinkel: "am Ende verschlingen / Die Wellen"
13 Bürde: "Loreley"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Das Gesicht des Reisenden [sung text not yet checked]

Mitten in der Wüste war es, wo wir nachts am Boden ruhten;
Meine Beduinen schliefen bei den abgezäumten Stuten.
In der Ferne lag das Mondlicht auf der Nilgebirge Jochen;
Rings im Flugsand umgekommner Dromedare weiße Knochen!
Schlaflos lag ich; statt des Pfühles diente mir mein leichter Sattel,
Dem ich unterschob den Beutel mit der dürren Frucht der Dattel;
Meinen Kaftan ausgebreitet hatt' ich über Brust und Füße;
Neben mir mein bloßer Säbel, mein Gewehr und meine Spieße.
Tiefe Stille, nur zuweilen knistert das gesunkne Feuer;
Nur zuweilen kreischt verspätet ein vom Horst verirrter Geier;
Nur zuweilen stampft im Schlafe eins der angebundnen Rosse;
Nur zuweilen fährt ein Reiter träumend nach dem Wurfgeschosse.
Da auf einmal bebt die Erde; auf den Mondschein folgen trüber
Dämmrung Schatten: Wüstentiere jagen aufgeschreckt vorüber.
Schnaubend bäumen sich die Pferde; unser Führer greift zur Fahne;
Sie entsinkt ihm, und er murmelt: Herr, die Geisterkarawane! –
Ja, sie kommt! Vor den Kamelen schweben die gespenst'schen Treiber,
Üppig in den hohen Sätteln lehnen schleierlose Weiber;
Neben ihnen wandeln Mädchen, Krüge tragend wie Rebekka
Einst am Brunnen; Reiter folgen – sausend sprengen sie nach Mekka.
Mehr noch! – Nimmt der Zug kein Ende? – Immer mehr! Wer kann sie zählen?
Weh, auch die zerstreuten Knochen werden wieder zu Kamelen,
Und der braune Sand, der wirbelnd sich erhebt in dunkeln Massen,
Wandelt sich zu braunen Männern, die der Tiere Zügel fassen.
Denn dies ist die Nacht, wo alle, die das Sandmeer schon verschlungen,
Deren sturmverwehte Asche heut vielleicht an unsern Zungen
Klebte, deren mürbe Schädel unsrer Rosse Huf zertreten,
Sich erheben und sich scharen, in der heil'gen Stadt zu beten.
Immer mehr! – Noch sind die letzten nicht an uns vorbeigezogen,
Und schon kommen dort die ersten schlaffen Zaums zurückgeflogen;
Von dem grünen Vorgebirge nach der Babelmandeb-Enge
Sausten sie, eh' noch mein Reitpferd lösen konnte seine Stränge.
Haltet aus, die Rosse schlagen! Jeder Mann zu seinem Pferde!
Zittert nicht, wie vor dem Löwen die verirrte Widderherde!
Laßt sie immer euch berühren mit den wallenden Talaren!
Rufet: Allah! – und vorüber ziehn sie mit den Dromedaren.
Harret bis im Morgenwinde eure Turbanfedern flattern!
Morgenwind und Morgenröte werden ihnen zu Bestattern.
Mit dem Tage wieder Asche werden diese nächt'gen Zieher!
Seht, er dämmert schon! Ermut'gend grüßt ihn meines Tiers Gewieher.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]