3 Frühlingslieder von E. Geibel, für 2 Singstimme (Sopran und Alt) mit Begleitung des Pianoforte

by Heinrich Esser (1818 - 1872)

Word count: 229

1. Kein Stern will grüssend funkeln [sung text not yet checked]

Kein Stern will grüßend funkeln,
In Wolken hängt die Nacht;
Doch geht durchs Tal im Dunkeln
Ein Säuseln lau und sacht.

Geheimnisvolles Wallen
Kommt von den Wipfeln her,
Einzelne Tropfen fallen
Wie Tränen heiß und schwer.

Mir ist, als könnt' ich spüren
Im Wind, im Dufte der Flur,
Wie sich die Kräfte rühren
Der schaffenden Natur.

Ach, mir im Busen ringt es
So dunkelmächtig auch,
Da brütet's, und da klingt es
Bewegt vom Frühlingshauch.

Es rührt der Saft sich wieder
In meines Lebens Baum.
Ist's Liebe? Sind es Lieder?
Noch unterscheid' ich's kaum.

Authorship

Confirmed with Emanuel Geibel, Werke, Band 1, Leipzig und Wien, 1918, pages 253-254.


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2. Tief im grünen Frühlingshag [sung text not yet checked]

Tief im grünen Frühlingshag
Durch die alten Rüstern
Wandelt leis am schönsten Tag
Wundersames Flüstern.

Jedes Läublein spricht: "Gott grüß'!"
Zu dem Laub daneben,
Alles atmet tief und süß
Heil'ges Friedensleben.

Und wie Blüt' und Blatt am Strauch
Still sich wiegt im Glanze,
Wiegt sich meine [Seel']1 im Hauch,
Der durchströmt das Ganze.

Authorship

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1 Bruch: "Seele"

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3. Lenz, o Lenz, wie soll das enden [sung text not yet checked]

Nun der Lenz im Forste wieder
Klingend zieht durch alle Bäume,
Kommen tages mir die Lieder,
Kommen mir bei Nacht die Träume;

Lieder, die vom Glücke sagen,
Das dahinging mit der einen,
Träume, die zu ihr mich tragen
Und erwacht mich machen weinen.

Und dazwischen Glanz der Sonne,
Junger Leichtsinn, neues Sehnen,
Alle tolle Frühlingswonne,
Lachend in die frischen Tränen.

Rastlos in die blühnden Heiden
Stürm' ich fort, ohn' umzuwenden;
Freuden stürmen nach und Leiden -
Lenz, o Lenz, wie soll das enden!

Authorship

Confirmed with Emanuel Geibel, Werke, Band 1, Leipzig und Wien, 1918, pages 254-255.


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