Waldgrün der Heimat, duftig und traut, Lang ist es her, lang ist es her, Daß scheidend dich mein Auge geschaut, Lang ist es her, lang ist es her. Ob noch so sehnend der Nachtigall Schlag, Ob noch so lieblich das Röslein im Hag? Ach, meiner Kindheit seliger Tag! Lang ist es her, lang ist es her. Mühle im Wiesengrund, lauschig und traut, Lang ist es her, lang ist es her! Rauscht noch dein Bächlein fröhlichen Laut? Lang ist es her, lang ist es her. Blühet, Wildblumen, duftig nur fort! Ach, meines Herzens Lenz ist verdorrt, Weinend nur weiß ich einzig das Wort: Lang ist es her, lang ist es her! Du mit dem Erker, rebengrün's Haus, Lang ist es her, lang ist es her, Vater und Mutter trug man hinaus, Lang ist es her, lang ist es her. Schlummernd im Grabe ruhen sie aus, irrend ins Leben stürmt' ich hinaus; Wer gibt mir wieder mein heimatlich Haus? Lang ist es her, lang ist es her!
Blüten-Knospen. 5 Lieder für eine mittlere Stimme mit Begleitung des Pianoforte
by Hans Wörle (flourished c1894)
1. Heimweh
Text Authorship:
- by Franz Alfred Muth (1839 - 1890), "Heimweh", appears in Rosen der Heide. Lieder
See other settings of this text.
Research team for this page: Melanie Trumbull , Johann Winkler2. Herbstlied
Feldeinwärts flog ein Vögelein
Und sang im muntern Sonnenschein
Mit süßem, wunderbaren Ton:
Ade, ich fliege nun davon,
Weit! Weit!
Reis' ich noch heut!
Ich hörte auf den Feldgesang,
Mir ward so wohl und doch so bang,
Mit frohem Schmerz, und trüber Lust
Stieg wechselnd bald und sank die Brust,
Herz! Herz!
Brichst du vor Wonn' oder Schmerz?
Doch als ich Blätter fallen sah,
Da dacht ich: Ach, der Herbst ist da!
Der Sommergast, die Schwalbe zieht
Vielleicht so Lieb' und Sehnsucht flieht,
Weit! weit!
Rasch mit der Zeit!
Doch rückwärts kam der Sonnenschein,
Dicht zu mir drauf das Vögelein,
Es sah mein tränend Angesicht
Und sang: die Liebe wintert nicht,
Nein! Nein.
Allzeit bleibt Frühlingsschein!
Text Authorship:
- by Johann Ludwig Tieck (1773 - 1853), "Herbstlied"
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Michael P Rosewall) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
Note: in Fanny Hensel's score, on the repetition, stanza 3 line 4, word 6 becomes "zieht", which looks erroneous.
Research team for this page: Ferdinando Albeggiani , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler3. Der kleine Musikant
Vom Land Italia komm' ich her, wo ewig klar der Himmel blaut, vom Felsenhang hinaus ins Meer der Eltern arme Hütte schaut. Es schaffte, seit der Vater tot, für uns der Mutter ems'ge Hand; nun such' ich selbst mein Stücklein Brot als armer kleiner Musikant. O glücklich, die im trauten Heim vereint mit lieben Eltern sind! Es labt wie süßer Honigseim die Mutterliebe sanft und lind. Ich aber zieh' die kreuz und quer mit meiner Fiedel durch das Land; wie trägt am Leben doch so schwer der arme kleine Musikant! Und ob auch fröhlich klingt mein Lied, dem lauscht die munt're Kinderschar, nach Süden mich das Heimweh zieht, wo ich so froh und glücklich war. Die Gaben, die mein Lied gewann, bring' ich ins liebe Heimatland, und dankbar für euch betet dann der arme kleine Musikant.
Text Authorship:
- by Ludwig Coelestin Bauer (1832 - 1910), "Der arme kleine Musikant"
See other settings of this text.
Researcher for this page: Johann Winkler4. Mutterherz
Nun will das Laub der Wind verwehn, Matt wird der Sonnenstrahl; Doch wird's auch Herbst, mag Alles geh'n, Mir blüht ein Lenz zumal. Den bricht kein Wind, den nimmt kein Schmerz: Es ist mein liebes Mutterherz. Schlöss' man den Englein auch die Thür Des Paradieses zu, Sie suchten dich, o glaub' es mir, Geliebte Mutter du! Ich hab' dein Herz und laß es nicht, Bis meines einst im Tode bricht. Wol ist dein Haar, o Mütterlein, Schon weiß wie Winterschnee, Doch ist dein Herz voll Sonnenschein Und ohne Dornenweh. Was will der Herbst, der Erde Schmerz? Mein Frühling blüht: der Mutter Herz!
Text Authorship:
- by Franz Alfred Muth (1839 - 1890), "Mutterherz", appears in Waldblumen, in 2. Herzensklänge und Lebensstimmen [3rd edition]
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "A mother's heart", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
Note: [sic] for stanza 3, line 1 ("Wol" is an older spelling).
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler5. Himmelwärts
Wenn in stiller Mitternacht nur das Licht der Sterne wacht, und es blickt mit ernstem Sinn unser Aug' durchs Weltall hin, dann, o dann schwebt unser Herz im Gebete himmelwärts. Wenn das Frührot zitternd strahlt und die Berge purpurn malt, wenn der neue Tag anbricht, märchenhaft und klar und licht, dann o dann etc. Wenn des Donners grause Macht durch die weiten Räume kracht wenn des weisen Schöpfers Hand mild den Regenbogen spannt, dann, o dann etc. Wenn zur Neige geht der Tag, Ruhe sinkt auf Feld und Hag, wenn das Abendglöcklein klingt, über Flur und Auen dringt, dann, o dann etc. Nimmt nach banger Pilgerzeit, nach des Lebens Kampf und Streit uns der Tod die Fesseln ab, sinkt der müde Leib ins Grab, dann, o dann schwebt unser Herz mit den Engeln himmelwärts.
Text Authorship:
- by Anonymous / Unidentified Author, "Himmelwärts"
Go to the general single-text view
Researcher for this page: Johann Winkler