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Drei Gesellschaftslieder für eine oder zwei Singstimmen mit Chor ad libitum und Begleitung des Pianoforte, op. 56

by Wilhelm Speyer (1790 - 1878)

1. Der Engel der Freude
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Ein heit'rer Engel wallet heute
Mit lichten Schwingen durch das Haus.
Es ist der Geist der reinen Freude,
Er schmückte diese Hallen aus.
Mit Rosen ist sein Haupt gezieret,
Und Blumen blühen, wohin er zieht,
Und wem die Lippen er berühret,
Dem wird das Wort zum frohen Lied.

Doch ist er nicht allein gekommen,
als Bettler grüßt der Engel nicht;
das Beste hat er mitgenommen,
und Gaben bringt er von Gewicht.
Ein buntes Spiel will er entfalten;
Er ist ein Elfe reich an Scherz,
Und zieht in wechselnden Gestalten
Ins sorglos off'ne Menschenherz.

Bald taucht er in die gold'nen Wellen,
Und spielt in Weines würz'ger Flut.
Wie dann die Blicke sich erhellen!
Es pocht das Herz mit Übermut!
So atmet duftend jede Blüte
Und alles Leben jauchzt erneut,
Wenn auf die Flur, die heiß durchglühte,
Die Wolke ihren Segen streut.

Bald wiegt er sich auf leichten Schwingen
In einem Liede, zart und lind;
Er weiß euch in das Herz zu dringen,
Das listenreiche Elfenkind!
Bald rauscht er stürmend, übermächtig
In eines Jubelchores Klang,
Dem Krieger gleich, der stolz und prächtig
Das Land durchzieht, das er bezwang.

Jetzt leuchtet er im Freundes-Auge,
Und grüßt verklärt im schönsten Licht;
Dann fühlt ihr ihn im sanften Hauche
Des Wortes, das von Liebe spricht.
In tausendfältigen Gestalten
Zieht er ins Herz der Menschen ein,
Und wo er ungestört darf walten,
Da ist's wie Frühlingssonnenschein.

Ihr Brüder! Ja, es wallet heute
Ein heit'rer Engel durch das Haus,
Ein Elfe, der die reinste Freude
Als Himmelsgabe teilet aus.
Heil! wenn er eine Heimatstätte
In unser aller Herzen fand,
Dann schlingt sich fest die Rosenkette
Der Einigkeit von Hand zu Hand!

Text Authorship:

  • by Heinrich Hoffmann (1809 - 1894), "Der Engel der Freude"

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Researcher for this page: Johann Winkler

2. Stehen und Fallen
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Die Flaschen sind gesetzte Leut',
Wie jeder sein es soll.
Sie stehen da in Festigkeit
Und dennoch sind sie voll.

Die Zecher sind gesetzte Leut',
Die sitzen d'rum herum;
Die sitzen nüchtern da und breit,
Da fällt kein einz'ger um.

Jetzt aber sind die Flaschen leer.
Wie sieht das anders aus!
Die Flaschen rollen hin und her,
Und nichts mehr läuft heraus.

Und voll sind auch die Zecher jetzt,
Gestrichen voll von Wein.
Die fallen unter'n Tisch zuletzt;
Es geht nichts mehr hinein.

Die Flasche voll, doch steht sie grad',
Der volle Zecher fällt!
's ist unerklärlich in der Tat:
Wie komisch ist die Welt!

Text Authorship:

  • by Heinrich Hoffmann (1809 - 1894), "Stehen und Fallen"

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Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler

3. Zum Abschied
 (Sung text)

Language: German (Deutsch) 
Auf! Wohlan! Es sei geschieden,
Weil ja doch zuletzt hienieden
Alles einmal scheiden muß.
Nehmt den letzten Abschiedsgruß!

Doch es sei mit heiter'm Singen;
Statt der Rede Gläserklingen,
Statt der Tränen nehmt den Wein!
Dies soll unser Abschied sein.

Kommt ihr einstens einmal wieder,
Ei! Dann sollen alte Lieder,
Alte Freundschaft, alter Wein
Unser erstes Grüßen sein.

Text Authorship:

  • by Heinrich Hoffmann (1809 - 1894), "Zum Abschied"

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Researcher for this page: Johann Winkler
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