Vier Lieder

Song Cycle by Heinrich Klussmann

Word count: 491

1. Hab' ein Röslein dir gebrochen [sung text not yet checked]

Hab' ein Röslein dir gebrochen
Frühlingsfrisch vom Strauch,
Und geheim mit ihm gesprochen
Hehl und Flüsterhauch.

Tief im Kelche ruht verschwiegen
Gar ein schüchtern Wort,
Hundert rote Blättlein biegen
Sich um güldnen Hort.

Drück es leise an die Lippen,
Wie ich auch getan,
Darfst am taubenetzten nippen
Und den Duft empfahn.

Mit des Herzens Gruß und Neigen
Will ich von dir gehn,
Rosen welken, Wünsche schweigen,
Hoffe Wiedersehn!

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2. Waldesruh [sung text not yet checked]

O laß das Haupt mich legen
In deinem Schoß zur Ruh,
Sprich einen Schlummersegen,
Mir fallen die Augen zu.

Ich hör' ein leises Klingen
Wie flöten und Schalmei'n,
Die winzigen Wichte singen,
Die Würmchen und Käferlein.

Und goldne Lichter zittern
Durchleuchtend das grüne Laub,
Es ist ein Flirren und Flittern
Im blitzenden Sonnenstaub.

Es funkelt in den Bäumen,
Es fächelt so süß die Luft,
O wunderselig Träumen
In Schatten und Waldesduft!

Ich fühle, wie du leise,
Kaum merklich dich bewegt
Und deine Blumen im Kreise
Zum Kranz zusammenlegst.

Und ist das Kränzlein fertig,
So schling' es mir um's Haupt,
Ich bin des Mundes gewärtig,
Der einen Kuß mir raubt.

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3. Liebesglück [sung text not yet checked]

Du meine Wonne, du meine Lust,
Herrliche, Prächtige, Süße! 
In meinen Arm und an meine Brust,
Daß ich von Herzen dich grüße! 

Stehest, des Lebens holdseliges Bild,
Rüstig und fest auf dem Grunde,
Blickest mit Augen wie Sterne so mild,
Lächelst mit blühendem Munde.

"Hegest im schwellenden Busen die Kraft,
Freuden und Leiden zu tragen,
Wägest und findest, was fördert und schafft,
Kluges und Kühnes zu wagen.

Und daß du mein bist, rothrosiges Lieb! 
Mein in der Minne Bescheide, 
Und daß ich dir meine Seele verschrieb, 
Wissen herzeinig wir beide.

Faß ich's in Worte? dräng' ich's zurück? 
Laß ich's in Tönen erklingen?
Möchte mit dir, du mein wonniges Glück, 
Hoch in die Lüfte mich schwingen. 

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4. Ich freu mich, sprach das Mägdelein [sung text not yet checked]

«Ich freu mich, sprach das Mägdelein,
Und will den Sommer fröhlich sein
Und lauter guter Dinge;
Mein Herze ist von Freuden voll,
Daß ich mich wohl gehaben soll
Mit einem Edelinge.

Lieb Tochter, war der Mutter Rath,
Der Knabe sich vermessen hat,
Er hat dich hintergangen.
Die Rosen haben Dornen all,
Wenn er dir zuwirft seinen Ball,
So sollst du ihn nit fangen.

Frau Mutter, laßt die Rosen stehn,
Ich will zu meinem Buhlen gehn
Und weiß ihn wohl zu finden;
Es klingt sein Lied wie keins im Land,
Er fängt mich höflich bei der Hand
Im Reien an der Linden.

Lieb Kind, nimm dir des Meiers Sohn,
Deß Liedel geht aus anderm Ton,
Er hat die Truh voll Gulden;
Dein Vater bläst das Jägerhorn,
Ich hab im Haus nicht Flachs, nicht Korn,
Der Ritter hat nur Schulden.

Den Dorfknab mag ich nimmer ha'n,
Der Ritter hat mir's angethan,
Verguldt sind seine Sporen,
Mein Freundschaft und mein Heimlichkeit
Gehören ihm in Ewigkeit,
Ihm hab ich mich verschworen. --

O weh, ihr Rosen, welk und blaß,
Wie wurdet ihr von Thränen naß,
Wie seid ihr nun verzaget.
Auf einem Grabe ganz allein
Da sitzt ein kleines Vögelein
Zur Winterszeit und klaget.»

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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