Singuf. Rattenfängerlieder von Julius Wolff

Song Cycle by Heinrich Karl Johann Hofmann (1842 - 1902)

Word count: 735

1. Waldesruh [sung text not yet checked]

O laß das Haupt mich legen
In deinem Schoß zur Ruh,
Sprich einen Schlummersegen,
Mir fallen die Augen zu.

Ich hör' ein leises Klingen
Wie flöten und Schalmei'n,
Die winzigen Wichte singen,
Die Würmchen und Käferlein.

Und goldne Lichter zittern
Durchleuchtend das grüne Laub,
Es ist ein Flirren und Flittern
Im blitzenden Sonnenstaub.

Es funkelt in den Bäumen,
Es fächelt so süß die Luft,
O wunderselig Träumen
In Schatten und Waldesduft!

Ich fühle, wie du leise,
Kaum merklich dich bewegt
Und deine Blumen im Kreise
Zum Kranz zusammenlegst.

Und ist das Kränzlein fertig,
So schling' es mir um's Haupt,
Ich bin des Mundes gewärtig,
Der einen Kuß mir raubt.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Singen und Siegen [sung text not yet checked]

Wer sich auf Minne nicht versteht,
Der hat noch viel zu lernen,
Was tief im Herzen vor sich geht,
Ließt Keiner aus den Sternen.
Den Einen macht's selig, den Andern verrückt,
Den Dritten verrückt und selig,
Und was auf einem Wurf nicht glückt,
Das wird vielleicht allmählich.

Es fordert eine feine Kunst,
An Kräften reich und Listen,
Sich in der Frauen Huld und Gunst
Tieftraulich einzunisten.
Mit Lehren freilich ist nichts gethan,
Und guter Rath ist theuer,
Drum werbe Jeder nach eignem Plan
Und blase den Funken zum Feuer.

Ich führe den Bogen und führe den Stahl,
Die Fiedel so gut wie die Klinge,
Doch am sichersten sieg' ich allemal,
Wenn ich in die Herzen mich singe.
Ein Lied ist ein gefiederter Pfeil,
Der geht die geradesten Wege,
Wasmaßen also für mein Theil
Ich mich auf's Singen verlege.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Lammfromm [sung text not yet checked]

Zu heiß mein Kuß? zu stürmisch mein Muth?
Zu wild wär' ich in meiner Gluth?
Und in Kniffen und Schlichen geübet?
Da bin ich verleumdet bis über den Kamm,
O Liebchen! ich bin ja so fromm wie ein Lamm,
Das niemals ein Wäfferlein trübet.

Ich bin dir blöde wie ein Kind
Und schüchtern wie der Abendwind,
Der über Blumen streichet;
Ich bin wie Wachs in deiner Hand,
Nachgiebig wie der lock're Sand,
Der auf der Düne bleichet.

Ermunterung ist es, was ich bedarf,
Zureden mußt du mir zärtlich und scharf,
Sonst wag' ich mich nicht an dein Mündchen.
Damit du mal recht in die Lehre mich nimmst,
Vermein' ich, daß du mir dazu bestimmst
Recht bald ein verschwiegenes Stündchen.

Authorship

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Ritterlich Leben [sung text not yet checked]

Den Helm auf's Haupt, den Speer in die Faust,
Die Sporen dem Hengst in die Flanken,
Staubwirbelnd und jauchzend dahin gebraust
Durch die geöffneten Schranken!
Die Fähnlein flattern, die Pulse glühn
Und Splitter fliegen und funken sprühn,
Stoß gilt es mit Stößen zu danken.

Es lächeln und winken vom hohem Balkon
Und spähen, die Kämpfer zu schauen,
Mit Blicken verheißend den minnigsten Lohn
Siegwünschende, fröhliche Frauen.
Von Einer führ' ich die Farben am Helm,
Und wer sie nicht ehret, den schelt' ich wohl Schelm,
Er mag seinem Schwerte vertrauen.

Die Wangen wie Rosen und Rosen im Haar,
Mit Lippen zum ewig Gefunden,
So mußte gewappnet die Schönste der Schaar
Den Ritter im Panzer verwunden.
Sie hebt aus dem Sattel das tapferste Herz
Und tjostet mit Lanzen, die stärker als Erz,
Und hält den Bestegten gebunden.

Hei, ritterlich Leben! im Waffengang
Ein freudiges Wetten und Wagen,
Zum rauschenden, lockenden Harfenklang
Ein lustiges Singen udn Sagen
Und treu wie die Ehre des Schildes im Streit
Verschwiegener Minne Glückseligkeit
Im hoffenden Herzen zu tragen!

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Herr Wirth, nun traget auf den Wein [sung text not yet checked]

Erst haben wir getrunken,
Was sich am schnellsten fand,
Bis ab der Durst gehunken,
Der mannshoch vor uns stand.
Laßt weiter jetzt in Ehren
Noch Gutes uns bescheren,
Herr Wirth! nun traget auf den Wein,
Dabei wir wollen fröhlich sein!

Wohl her und aufgestichet,
Was uns der Keller beut,
Was stärket und erfrischet,
Und was das Herz erfreut!
Auch Gläser, die beim Schwingen
Wie Silberglocken klingen.
Herr Wirth! nun traget auf den Wein,
Dabei wir wollen fröhlich sein!

Zwei Kannen, die nicht kleine,
Thun Treppendienste schwer,
Stets unten voll wird eine
Und oben eine leer,
Doch soll der Zapfer pfeifen,
Am Faß sich nicht vergreifen.
Herr Wirth! nun traget auf den Wein,
Dabei wir wollen fröhlich sein!

Dann thut nach eurem Willen,
Ihr lieben Brüderlein,
Und Jeder denk' im Stillen
An die Herzliebste fein;
Wer in sein Gläschen blicket,
Steht, wie sie lacht und nicket.
Herr Wirth! nun traget auf den Wein,
Dabei wir wollen fröhlich sein!

Da kommt er, liebe Kehle!
Das war die Kellerthür,
Schenk, daß er nirgend fehle!
Du stehst uns ein dafür.
Zur Rechten und zur Linken
Auf ein gesegnet Trinken!
Herr Wirth! wir loben Euch den Wein,
Dabei wolln wir wohl fröhlich sein.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]