Singuf. Rattenfängerlieder von Julius Wolff, für vierstimmige Männerchor

Song Cycle by Heinrich Karl Johann Hofmann (1842 - 1902)

Word count: 728

1. Wenn du kein Spielmann wärst  [sung text not yet checked]

Traf ich die Blonde im dämmrigen Gange,
Herzte sie, küßte sie, frug nicht erst lange.
Zwar fing sie an, sich ein wenig zu wehren,
Ließ sich's doch balde gefallen in Ehren;
"Das aber sag' ich Dir," sprach sie, "Du Schlimmer!
Wenn du kein Spielmann wärst, litt' ich es nimmer;
Wenn du kein Spielmann wärst!"

Dank für das Wort! und es sei nicht vergessen;
Hab' mich mein Lebtag zu hoch nicht vermessen,
Aber ihr Mägdelein mögt es euch merken,
Haltet auf Tugend in Worten und Werken,
Jeglichem Mann, was im Sinn er auch hege,
Wenn's nicht ein Spielmann ist, geht aus dem Wege;
Wenn's nicht ein Spielmann ist!

Doch einem Spielmann, ja den könnt ihr glauben,
Dürfet ihm dieses und jenes erlauben,
Müsset ihm niemals mit Nein was verschlagen,
Müsset nur immer hübsch Ja zu ihm sagen.
Ach! und wie freu' ich mich, will es nicht hehlen:
Weil ich ein Spielmann bin, kann mir's nicht fehlen;
Weil ich ein Spielmann bin!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "If you weren’t a musician", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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2. Valet!  [sung text not yet checked]

Nun trinke Valet und fahre dahin! 
Frisch an, Geselle, frisch an! 
Ein tapferes Herz und ein fröhlicher Sinn,
Das hilft in den Sattel dem Mann.
Was rüstig begonnen,
Ist halb schon gewonnen,
Drum vorwärts! und biete dem Glücke die Hand 
Zu Wege, zu Stege, zu Wasser und Land.

Wenn dich in der Ferne die Schwalbe umkreist,
Dann denke, so fliegt sie auch hier,
Das Tischlein, an dem du noch gestern gespeist,
Giebt heut einem Andern Quartier.
So werden getrieben,
Die gerne geblieben,
Es rostet kein Riegel, es bindet kein Band 
Zu Wege, zu Stege, zu Wasser und Land.

 Wenn sauer der Wind um die Nase dir weht,
Was thut es nur immer grad' aus! 
Und hat dir ein Mädel den Kopf verdreht,
Reich ihr den Vergißmeinnichtstrauß.
Wo immer auch winken 
Dir Becher zum Trinken,
Da schüttle nicht, lösch' in der Kehle den Brand 
Zu Wege, zu Stege, zu Wasser und Land.

Nun werde gesprochen das letzte Wort,
Valet, Geselle! Valet! 
Was hier verwelket, das blühet dort,
Und einmal wird Alles wett. 
Wenn lange verklungen,
Was einst wir gesungen,
So hält doch in Stürmen die Treue noch Stand 
Zu Wege, zu Stege, zu Wasser und Land.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "Farewell!", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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3. Clerici beati sunt  [sung text not yet checked]

Grüß dich, Pfäfflein! Pfäfflein gelt?
Lustig lebt sich's in der Welt.
Brauchst, wenn es beginnt zu tagen,
Nur die Augen aufzuschlagen
Und bist fertig Morgens früh 
Mit des Lebens Last und Müh.
Pfiff, Pfaff, Pfäfflein roth und rund,
Clerici beati sunt.

Pfäfflein, strahlend Glaubenslicht, 
Vollen Mondes Frohgesicht,
Hast ein Kirchenstück zu schleppen
Ausgetretne Kellertreppen,
Schon hinunter geht es schwer,
Doch hinauf noch dreimal mehr.
Pfiff, Pfaff, Pfäfflein roth und rund, 
Clerici beati sunt.

Pfäfflein, macht's der Malvasier 
Oder braunes Klosterbier? 
Deine Äuglein glühn und glasten,
Hast das Bäuchlein nicht vom Fasten,
Bist kein Freund von Litanei'n,
Bann und Bußen und Kastei'n.
Pfiff, Pfaff, Pfäfflein roth und rund,
Clerici beati sunt.

Pfäfflein, singst am vollen Faß 
Gern ein Lied mit deinem Baß,
Bügelst gern mit wackern Mönchen,
Hast auch gern ein muntres Nönnchen,
Und was Jesus Sirach preist, 
Macht dich fromm und macht dich feist.
Pfiff, Pfaff, Pfäfflein roth und rund,
Clerici beati sunt.

Pfäfflein, bist dem Spielmann gut,
Der weiß auch, wie Dürsten thut,
Komm hinab in kühlen Schatten,
Daß das Kränzlein an der Platten 
In der Sonne dir nicht bleicht,
Selig ist, wer spundwärts schleicht! 
Pfiff, Pfaff, Pfäfflein roth und rund,
Clerici beati sunt.

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4. Nichts Anderes  [sung text not yet checked]

Sage, du Findling, was möchtest du sein? 
Kaiser und König im Lande? --
Der muß mit Fürsten und Völkern sich schlagen,
Ritter und Räuber bereiten ihm Klagen,
Kronen sind güldene Bande,
Drücken gar tief in die Stirne sich ein,
Möchte nicht Kaiser noch König sein.

Aber als Pfäfflein, als rundlicher Abt 
Still und behäbig zu wohnen? --
Ach! in dem Kloster die mönchische Zucht,
Schon vor den Fasten ergriff' ich die Flucht,
Hab' auch an Primen und Nonen
Alle mein Lebtag kein Freude gehabt,
Tauge zum Bischof nicht oder zum Abt.

Nun denn ein Reiter auf springendem Roß 
Keck in Getümmel und Streite? --
Nein, auch kein Reiter, bin besser zu Fuß.
Auch nicht ein Waidmann mit waidlichem Gruß? 
Geh mir! ich trag' an der Seite 
Anderen Bogen und ander Geschoß,
Reiter und Jäger gehören zum Troß.

Bin ich nicht Singuf, ein König allein?
Stolzer und freier als alle?
Sträußchen am Wams und Feder am Hut,
Fiedel und Liedel mein einziges Gut,
Sag' ich und sing' ich mit Schalle: 
Titel und Würden sind Vielen gemein,
Singuf kann immer nur Singuf sein!

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