Schön Ella und Harold spielen im Wald, Sie winden sich Blumen zum Kranze. Wie leuchten dort oben so goldig grün Die Blätter im sonnigen Glanze! "Der König bist du, ich bin deine Frau, Laß ruhn uns auf felsigem Trone sic! Der Hofstat, das sind die Vöglein im Wald, Ein Blumenkranz uns're Krone. "Herr König, nun laß uns das Land durchziehn, Es wandelt sich weich auf den Mosen,-- Da spielen wir Fangen und Blindekuh Und werfen uns neckend mit Rosen." Wie sprudelt der Bach über Felsgestein, Wie fächelt der Wind durch die Bäume-- O seliger, goldener Frühlingstag, O duftige Waldesträume!
Harold. Eine Folge von neun Gesängen aus Kastropp's lyrischer Rhapsodie "König Elf's Lieder"
Song Cycle by Felix Paul Weingartner (1863 - 1942)
1. Schön Ella und Harold spielen im Wald
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- by Gustav Kastropp (1844 - 1925), no title, appears in König Elfs Lieder, in 1. Erster Teil. Rosenzeit, no. 3, first published 1875
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- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
2. Die Birkenzweige wehen im Winde
Die Birkenzweige wehen Im Winde hin und her, Jung Harolds Augen sehen Träumend hinunter in's Meer. Wie rollen nach fernen Weiten Die Wellen dahin ohne Rast!-- So fliehen der Jugend Zeiten In unaufhaltsamer Hast. Es wehet der Wind nach Norden Hin über Berge und Höh'n.-- Wie hold ist Ella geworden, Wie wunderlieblich und schön!
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- by Gustav Kastropp (1844 - 1925), no title, appears in König Elfs Lieder, in 1. Erster Teil. Rosenzeit, no. 7, first published 1875
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- ENG English (Sharon Krebs) , "The birch branches sway", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
3. Ahnungsselige Waldesnacht
Ahnungsselige Waldesnacht!-- Leise lispeln die Blätter Und das silberne Mondlicht Zittert von Oben Hernieder. Dämmernd erscheint mir dein Bild Und begeistert Möcht' ich singen ein Lied, Wie die Drossel es sang, Die nun im Erlengebüsch Verstummt ist. Bist du doch selbst ein Gedicht, So wunderbar lieblich, Wie's kein begeisterter Dichtermund, Wie's kein schmelzender Vogelgesang Singen kann. Nicht mit dem silbernen Mond, Dem kalten, bleichen, Nicht mit der sengenden Sonne Kannst du verglichen werden, Du Holde, Doch wenn am Sommerabend In feuchter Verklärung Blinket der Abendstern, Denk' ich an deine Augen, O Ella!
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- by Gustav Kastropp (1844 - 1925), no title, appears in König Elfs Lieder, in 1. Erster Teil. Rosenzeit, no. 28, first published 1875
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Blissfully portending forest night", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
4. Sei gegrüsst, du Waldesrauschen
Sei gegrüßt, du Waldesrauschen, Goldig grüne Dämmerluft! Will dem Wehn des Windes Lauschen, Baden mich in Blumenduft, Horchen auf des Bachs Geriesel, Der in Laub und Schilf versteckt, Springend über bunte Kiesel, Zarte Uferblumen neckt. Auf dem Mose will ich liegen, Eingewiegt in Waldesruh, Die Gedanken aber fliegen In das Tal dem Liebchen zu.
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- by Gustav Kastropp (1844 - 1925), no title, appears in König Elfs Lieder, in 1. Erster Teil. Rosenzeit, no. 22, first published 1875
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Greetings to you, soughing of the forest", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
5. Ich liebe dich ohne Schranken
Ich liebe dich ohne Schranken, Ich liebe dich treu und rein, Du füllest meine Gedanken Mit ewiger Sehnsuchtspein. Nun ist mein Friede versunken, Mein Glück, ich find' es nicht -- Es ist meine Sele sic ertrunken In Deiner Augen Licht. O gib meine Sele sic mir wieder, Zurück mir meine Ruh, Ich gebe dir dann meine Lieder Und gebe mich selbst dazu!
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- by Gustav Kastropp (1844 - 1925), no title, appears in König Elfs Lieder, in 3. Dritter Teil. Untreue, no. 65, first published 1875
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- ENG English (Sharon Krebs) , "I love you boundlessly", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
6. Wie wogt deine Brust, o Harold
Wie wogt deine Brust, o Harold! Bleich sind deine Lippen, Starr blickt dein Auge Auf die zierlichen Worte, Die schön Ella dir schreib: Vergiß mich, Harold, War doch ein Traum Unsere Liebe nur! Was suchst du Im glänzenden Marmorsal sic? Siehe, nicht bin ich das Kind mehr, Mit dem du spieltest, Bin in der fremden Stadt Fremd dir geworden-- Vergiß mich, Harold!-- Zitternd sinkst du zusammen Durchwachst die Nacht, Die endlos lange Nacht Stönend sic auf deinem Lager;-- Trocken brennen die Augen, Keine Träne Lindert die Qual Deiner gefolterten Brust.-- Endlich dämmert das Frühlicht. Immer noch stützet Harold Das fiebernde Haupt Auf die zitternde Hand -- -- Sein zerschmettertes Glück. Starrt ihm entgegen.
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- by Gustav Kastropp (1844 - 1925), no title, appears in König Elfs Lieder, in 3. Dritter Teil. Untreue, no. 66, first published 1875
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- ENG English (Sharon Krebs) , "How your bosom surges, oh Harold", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
7. Die Wolken jagen am Himmelszelt
Die Wolken jagen am Himmelszelt, Vom Blitz erhellt, Und durch die dumpfe, schwüle Nacht Der Donner kracht, Doch Meeres Grollen, Des Sturmes Schwall, Des Donners Rollen, Das Heulen der Elemente all Wird übertönt, Wird überlacht Von jenem Wort Das mich so elend macht -- "Vergiß mich, Harold!"
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- by Gustav Kastropp (1844 - 1925), no title, appears in König Elfs Lieder, in 3. Dritter Teil. Untreue, no. 69, first published 1875
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- ENG English (Sharon Krebs) , "The clouds race across the canopy of heaven", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
8. O könnt' ich einmal nur
O könnt' ich einmal nur mein müdes Haupt An deinen Busen schmiegen, Wenn Vöglein singen und dicht belaubt Der Eichen Wipfel sich wiegen. Dann sollst du mir ein süßes Wort Zum ew'gen Abschied sagen, Ich küßte dich weinend und wanderte fort Und wollte nie mehr klagen.
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- by Gustav Kastropp (1844 - 1925), no title, appears in König Elfs Lieder, in 3. Dritter Teil. Untreue, no. 60, first published 1875
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- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
9. Es glühten rings die Felder
Es glühten rings die Felder Im heißen Sonnenbrand, Da stand ich auf dem Berge Am külen sic Waldesrand. Die Glocken hört' ich tönen, Sah einen schwarzen Zug, Der einen müden Pilger Zur Ruhestätte trug. Den Sarg ließ man hernieder, Deckt ihn mit Erde zu -- Der findet in dem Grabe Die längst ersehnte Ruh.
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- by Gustav Kastropp (1844 - 1925), no title, appears in König Elfs Lieder, in 3. Dritter Teil. Untreue, no. 61, first published 1875
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- ENG English (Sharon Krebs) , "The fields glowed round about", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Gustav Kastropp, König Elf’s Lieder. Eine lyrische Rhapsodie, Zweite Auflage, Stuttgart: Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1877, page 61
Research team for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler