Drei Lieder nach slavischen Volkspoesien von Bodenstedt und Altmann für 1 mittlere Stimme mit Pianoforte

Song Cycle by Gustav Jensen (1843 - 1895)

1. Die Rose [sung text not yet checked]

Ach, du Rose, rothe Rose! 
Warum bist so früh erblüht? 
Kaum erblühend schon erfroren? 
Ging dein Duft und Glanz verloren 
Und verwelkend sankst du hin! 

Saß am Abend, lange saß ich
In Erwartung und in Sorgen, 
Bis zum Hahnenruf am Morgen; 
Schon verglommen war das Feuer 
Und ermüdet schlief ich ein.

Da im Traum' sah ich: mir glitte
Von der Hand mein Ringlein nieder,
Und ein kostbar edler Stein 
Fiele aus des Ringleins Mitte.
Ring und Stein fand ich nicht wieder, 
Ach, ich blieb im Gram allein --
Der Geliebte kam nicht!

Authorship:

Confirmed with Aus Ost und West. Sieben Vorlesungen von Friedrich Bodenstedt, Berlin, Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R. von Decker), 1869, pages 30-31.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Die Nachtigall [sung text not yet checked]

Nachtigall, o Nachtigall!
Sangeshelle Nachtigall!
Sag', wohin, wohin dich schwingst,
Wo die ganze Nacht du singst?
Welche Arme mag, gleich mir,
Trostbedürftig lauschen dir,
Die zur Nacht das Aug' nicht schließt,
Weil's von Tränen überfließt!

Flieg, durchfliege Nachtigall,
Rings die weiten Lande all --
Fliege über's blaue Meer,
Lug' auf fremdem Strand umher,
Sieh in Stadt und Lande zu,
Nirgend, nirgend findest du
Eine Maid in Dorf und Stadt,
Die, wie ich, zu leiden hat.

Auf der Brust mir armem Ding
Eine Schnur von Perlen hing;
Ach, ich trug auch, armes Ding,
Auf dem Finger einen Ring,
Und im Herzen treu und mild
Trug ich meines Liebsten Bild!
Doch im Herbst verloren ganz
Meine Perlen ihren Glanz --
Und in Wintersnacht mein Ring
An der Hand in Stücke ging.
Jetzt im Frühling wein' ich sehr:
Habe keinen Liebsten mehr!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Nightingale, oh nightingale!", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Friedrich Bodenstedt, Alte und neue Gedichte, Erster Band, Berlin: Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R.v. Decker), 1867, page 140.


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Lied des Anglers [sung text not yet checked]

Hier sitz' ich mit der Angel, ach! 
Kein Fischlein beißt hinein;
Kein Bärblein, keine Zärthe will 
Von mir gefangen sein.

Hier sitz' ich und gedenke trüb 
Ach dein, Anjuta, dein, 
Mit dir verkehr ich immerdar,
Bin ich auch ganz allein.

Du warfst der Schönheit Angel aus
Und locktest mich hinein,
Nun muß mein Herz verbluten, Kind,
Muß stets gefangen sein.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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