Landsknecht-Leben. Lieder-Cyklus in 8 Gesängen für Bariton mit Pianofortebegleitung

Song Cycle by Carl Obermeyer

Word count: 501

1. Vor der Schenke [sung text not yet checked]

Ich bin von heim gelaufen 
Vom Bergdorf reichsstadtwärts, 
Denn meine Faust möcht' raufen, 
Und wandern möcht' mein Herz!

Drum hab' ich mich verschrieben 
Dein Frundsberg, meinem Herrn, 
Möcht' trinken, streiten und lieben 
Und schweifen in die Fern'. 

Daheim wird wohl von Allen 
Der arge Heinz gesucht -- 
Die glauben, ich läg' zerfallen 
In tiefer Felsenschlucht. 

Wo werd' ich einst wohl liegen -- -- 
In Wälschland oder am Rhein? 
Hei! -- kriegen, siegen, liegen, 
Heia! -- spielt auf, schenkt ein!

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2. Trutz und Trost [sung text not yet checked]

Und mag's dem Bürger wohlergehn 
Daheim im trägen Glänze -- 
Wir aber wollen draußen stehn 
Im Wetter auf der Schanze! 

Uns war kein Lager je zu eng, 
Uns macht' kein Sturmwind zagen, 
wir wollen froh im Sturmgedräng' 
Die arme Seele wagen. 

Denn Feuer flammt' in uns'rer Brust, 
Und flammt' aus den eisernen Stücken, 
Und wen die Kugel treffen mußt', 
Den traf sie nimmer im Rücken. 

Und sollen wir auch Stund' für Stund' 
Um unser Leben werben -- 
So bleibt uns doch der Trost vergunnt: 
Unkraut kann nimmer verderben!

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3. Aufbruch [sung text not yet checked]

Die Trommel hallt durch die Straßen, 
Die Pfeifer gehn voran, 
So ziehen wir durch die Gassen, 
Geschlossen Mann an Mann. 

Da sah ich grüßen und winken 
Der Mägdlein mancherlei, 
Da sah ich dein Auge blinken 
Wie Sonnenglanz im Mai! 

Zum Sturm mag es nun gehen, 
Zur finsteren Schlacht -- mag sein! 
Weil ich noch einmal gesehen 
Solch' fröhlichen Sonnenschein. 

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4. In Augsburgs Gassen [sung text not yet checked]

Ich bin auf allen Wegen 
Gefahren durch's deutsche Land, 
Vor Straßburg bin ich gelegen, 
Den Wälschen bin ich bekannt. 

Und ward doch in allen Zeiten 
Und Landen Keiner gewahr, 
Die sich mit dir dürft' streiten 
Um Wänglein, Aug' und Haar. 

Was wollt' ich nicht Alles wagen 
Um solche Beute gern -- 
Auf Handen möcht' ich dich tragen ...
Zu Frundsberg, meinem Herrn. 

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5. Ohne Wehr [sung text not yet checked]

Es mißt wohl guie zwei Ellen 
Mein altes vlämisches Schwert, 
Hab' manchen schlimmen Gesellen 
Damit zum Himmel bekehrt. 

Ich mag ihm mein Leben schulden 
Wohl zehenmal und mehr, 
Doch wider deine Dulden 
Hilft keine Waffe und Wehr. 

Da ist jeder Harnisch offen,
Da schützt kein eisernes Kleid -- 
Wen du in's Herz getroffen,
Ist wund für alle Zeit! 

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6. Vor Metz [sung text not yet checked]

Und als ich zog von hinnen, 
Schatzkind im Gartlein stand, 
Sie trug schneeweißes Linnen 
Und scharlachroth Gewand. 
Das will mir nicht aus den Sinnen 
Da draußen im Metzerland! 

Gott schütz' des Kaisers Fahnen, 
Die Metz will ihnen weh! 
Verschneit sind alle Bahnen, 
Und wenn ich auf Wache steh': 
Da faßt's mich wie ein Ahnen, 
Der Scharlach kommt zum Schnee!

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7. Letzte Fehde [sung text not yet checked]

Hurrah! -- Die wälschen Ritter, 
Werft sie vom Hengst herab, 
Schlagt ihre Wehr in Splitter,
Pavia hieß einst ihr Grab! 

Hurrah! -- welch' Schlagen und Schießen, 
Heut geht kein Streich mir fehl,
Und muß ich's am Leibe büßen,
Gott gnad' es meiner Seel'! 

Hurrah! -- Das brennt wie Feuer -- 
So wünsch' ich in letzter Noth 
Dir einen schönen Freier,
Mir einen schönen Tod!

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8. Getroffen [sung text not yet checked]

Der schöne Tod, der ist so nah,
Und schöne Heimath so ferne, 
O -- wie viel leichter stürb' ich da, 
Grüßt sie -- ihr funkelnden Sterne! 

Vor meinem Aug' wird's Nacht und grau, 
Ich bete -- zu Sankt Jörgen -- 
Hilf, hilf! -- O Almwind -- Himmelsblau, 
Ich sterb' -- -- in meinen -- Bergen!

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