by John Henry Mackay (1864 - 1933)
Verführung
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Language: German (Deutsch)
Der Tag, der schwüle, verblaßt, und nun in dieser Kühle begehrt zu ruh'n, was sich ergeben dem Fest der Lust -- Nun schmiegt mit Beben sich Brust an Brust... Es hebt der Nachthauch die Schwingen weit: "Wer liebt, der wacht auch zu dieser Zeit . . ." Er küßt die Welle, und sie ergibt sich ihm zur Stelle, weil sie ihn liebt . . . O großes Feiern! O schönste Nacht! Nun wird entschleiern sich alle Pracht, die Tags verborgen in Zweifeln lag, in Angst und Sorgen -- Jetzt wird es Tag! Still stößt vom Strande ein schwankes Boot -- Verläßt die Lande der Mörder Tod? Er ward vergebens hierher bestellt: der Gott des Lebens beherrscht die Welt! . . . Welch stürmisch Flüstern den Weg entlang? Was fleht so lüstern? Was seufzt so bang? Ein Nie-Gehörtes hört nun dein Ohr -- Wie Gift betört es: was geht hier vor?! Der Sinn der Töne ist mir bekannt, Drum gieb, du Schöne, mir deine Hand: Der ich zu rühren dein Herz verstand, ich will dich führen ins Wunderland . . . Mit süßem Schaudern reißt du dich los. Was hilft dein Zaudern? Dir fiel dein Loos! Die Stimmen schweigen. Es liebt, wer wacht! Du wirst mein eigen noch diese Nacht!
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
Confirmed with John Henry Mackay, Gedichte, Treptow bei Berlin: B. Zack, 1909, pages 86-88.
Text Authorship:
- by John Henry Mackay (1864 - 1933), "Verführung" [author's text checked 1 time against a primary source]
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