by Johann Baptist Mayrhofer (1787 - 1836)
Liedesend
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Language: German (Deutsch)
Auf seinem goldnen Throne Der graue König sitzt - Er starret in die Sonne, Die roth im Westen blitzt. Der Sänger rührt die Harfe, Sie rauschet Siegessang; Der Ernst jedoch, der scharfe, Er trotzt dem vollen Klang. Nun stimmt er süße Weisen, An's Herz sich klammernd an: Ob er ihn nicht mit leisen Versuchen mildern kann. Vergeblich ist sein Mühen, Erschöpft des Liedes Reich - Und auf der Stirne ziehen Die Sorgen wettergleich. Der Barde, tief erbittert, Schlägt seine Harf' entzwey, Und durch die Halle zittert Der Silbersaiten Schrey. Doch wie auch Alle beben, Der Herrscher zürnet nicht; Der Gnade Strahlen schweben Auf seinem Angesicht. »Du wolle mich nicht zeihen Der Unempfindlichkeit: In lang verblühten Mayen Wie hast du mich erfreut! Wie jede Lust gesteigert, Die aus der Urne fiel! Was mir ein Gott verweigert, Erstattete dein Spiel. Vom kalten Herzen gleitet Nun Liedeszauber ab; Und immer näher schreitet Vergänglichkeit und Grab.«
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Research team for this page: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]
Confirmed with Gedichte von Johann Mayrhofer. Wien. Bey Friedrich Volke. 1824, pages 40-41.
Note: Schubert received Mayrhofer's texts generally in handwriting; the printed edition of Mayrhofer's poems appeared much later and presents the texts usually in a revised version.
Text Authorship:
- by Johann Baptist Mayrhofer (1787 - 1836), "Liedesend" [author's text checked 2 times against a primary source]
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