by Wilhelm Müller (1794 - 1827)
Vineta
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Language: German (Deutsch)
Aus des Meeres tiefem, tiefem Grunde Klingen Abendglocken, dumpf und matt, Uns zu geben wunderbare Kunde Von der schönen alten Wunderstadt. In der Fluten Schoos hinabgesunken, Blieben unten ihre Trümmer stehn. Ihre Zinnen lassen goldne Funken Widerscheinend auf dem Spiegel sehn. Und der Schiffer, der den Zauberschimmer Einmal sah im hellen Abendroth, Nach derselben Stelle schifft er immer, Ob auch rings umher die Klippe droht. Aus des Herzens tiefem, tiefem Grunde Klingt es mir wie Glocken, dumpf und matt; Ach, sie geben wunderbare Kunde Von der Liebe, die geliebt es hat. Eine schöne Welt ist da versunken, Ihre Trümmer blieben unten stehn, Lassen sich als goldne Himmelsfunken Oft im Spiegel meiner Träume sehn. Und dann möcht' ich tauchen in die Tiefen, Mich versenken in den Widerschein, Und mir ist, als ob mich Engel riefen In die alte Wunderstadt herein.
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Confirmed with Gedichte von Wilhelm Müller, Leipzig: F.A. Brockhaus, 1850, page 171.
Note: Vineta is the name of a legendary sunken city located somewhere between Pommerania and Rügen.
Text Authorship:
- by Wilhelm Müller (1794 - 1827), "Vineta", appears in Lyrische Reisen und epigrammatische Spaziergänge, in Muscheln von der Insel Rügen [author's text checked 2 times against a primary source]
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