Der Frost hat mir bereifet Des Hauses Dach; Doch warm ist mir's geblieben Im Wohngemach. Der Winter hat die Scheitel Mir weiß gedeckt. Doch fließt das Blut, das rothe, Durch's Herzgemach. Der Jugendflor der Wangen, Die Rosen sind Gegangen, all' gegangen Einander nach. Wo sind sie hingegangen? In's Herz hinab. Da blühn sie nach Verlangen, Wie vor so nach. Sind alle Freudenströme Der Welt versiegt? Noch fließt mir durch den Busen Ein stiller Bach. Sind alle Nachtigallen Der Flur verstummt? Noch ist bei mir im Stillen Hier eine wach. Sie singet: Herr des Hauses! Verschleuß dein Thor, Daß nicht die Welt, die kalte, Dring in's Gemach. Schleuß aus den rauhen Odem Der Wirklichkeit, Und nur dem Duft der Träume Gib Dach und Fach. Ich habe Wein und Rosen In jedem Lied, Und habe solcher Lieder Noch tausendfach. Vom Abend bis zum Morgen Und Nächte durch Will ich dir singen Jugend Und Liebesach.
F. Schubert sets stanzas 1-8
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View text with all available footnotesConfirmed with Oestliche Rosen von Friedrich Rückert. Drei Lesen. Leipzig: F. A. Brockhaus. 1822, pages 272-274; and with Gesammelte Gedichte von Friedrich Rückert. Vierter Band. Erlangen, Verlag von Carl Heyder. 1837, pages 177-178.
Note: The poem was first published 1822 in Rückert's Oestliche Rosen where all the poems have no titles. In subsequent editions (Erlangen, 1837: Gesammelte Gedichte, Frankfurt a. M., 1868: Gesammelte Poetische Werke) this poem got the title Vom künftigen Alter and is printed in a different format: each two lines of the original poem have been combined into one single line, and the separation into stanzas has been abandoned.
Text Authorship:
- by Friedrich Rückert (1788 - 1866), "Vom künftigen Alter", appears in Östliche Rosen, in 2. Zweite Lese, first published 1822 [author's text checked 2 times against a primary source]
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