by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762 - 1834)
Der Herbstabend
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Language: German (Deutsch)
Abendglocken-Halle zittern Dumpf durch Moorgedüfte hin; Hinter jenes Kirchhofs Gittern Blaßt des Dämmerlichts Karmin. Aus umstürmten Lindenzweigen Rieselt welkes Laub herab, Und gebleichte Gräser beugen Sich auf ihr bestimmtes Grab. Freundin! wankt, im Abendwinde, Bald auch Gras auf meiner Gruft, Schwärmt das Laub um ihre Linde Ruhelos in feuchter Luft, Wenn schon meine Rasenstelle Nur dein welker Kranz noch ziert, Und auf Lethes leiser Welle Sich mein Nebelbild verliert: Lausche dann! Im Blätterschauer Wird es dir vernehmlich wehn: Jenseits schwindet jede Trauer; Treue wird sich wiedersehn!
F. Schubert sets stanzas 1-3
Confirmed with Gedichte von J. G. von Salis. Gesammelt durch seinen Freund Friedrich Matthisson. Zürich, bey Orell, Gessner, Füssli und Compagnie. 1793, pages 33-34; with Gedichte von J.G. von Salis. Neue Auflage. Zürich, bey Orell Füßli und Compagnie. 1808, pages 94-95; and with Gedichte von J. G. von Salis. Neueste Auflage. Wien 1815. Bey B. Ph. Bauer, pages 87-88.
Text Authorship:
- by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762 - 1834), "Der Herbstabend", subtitle: "An sie", written 1787-92 [author's text checked 1 time against a primary source]
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