by Friedrich von Schiller (1759 - 1805)
Wo ich sei, und wo mich hingewendet
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Language: German (Deutsch)
Wo ich sei, und wo mich hingewendet, Als mein flücht'ger Schatte dir entschwebt? Hab' ich nicht beschlossen und geendet, Hab' ich nicht geliebet und gelebt? Willst du nach den Nachtigallen fragen, Die mit seelenvoller Melodie Dich entzückten in des Lenzes Tagen? Nur so lang sie liebten, waren sie. Ob ich den Verlorenen gefunden? Glaube mir, ich bin mit ihm vereint, Wo sich nicht mehr trennt, was sich verbunden, Dort wo keine Thräne wird geweint. Dorten wirst auch du uns wieder finden, Wenn dein Lieben unserm Lieben gleicht, Dort ist auch der Vater frei von Sünden, Den der blut'ge Mord nicht mehr erreicht. Und er fühlt, daß ihn kein Wahn betrogen, Als er aufwärts zu den Sternen sah, Denn wie jeder wägt, wird ihm gewogen, Wer es glaubt, dem ist das Heil'ge nah. Wort gehalten wird in jenen Räumen Jedem schönen gläubigen Gefühl, Wage du, zu irren und zu träumen, Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel.
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von Friederich Schiller, Zweiter Theil, Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage, Leipzig, 1805, bei Siegfried Lebrecht Crusius, pages 31-32.
Text Authorship:
- by Friedrich von Schiller (1759 - 1805), "Thekla", subtitle: "Eine Geisterstimme", written 1802 [author's text checked 2 times against a primary source]
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