by August Wilhelm Schlegel (1767 - 1845)
Laue Lüfte
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Language: German (Deutsch)
Laue Lüfte, Blumendüfte, Alle Lenz- und Jugendlust; Frischer Lippen Küsse nippen, Sanft gewiegt an zarter Brust; Dann der Trauben Nektar rauben; Reihentanz und Spiel und Scherz: Was die Sinnen Nur gewinnen: Ach! erfüllt es je das Herz? Wenn die feuchten Augen leuchten Von der Wehmuth lindem Thau, Dann entsiegelt, Drin gespiegelt, Sich dem Blick die Himmels-Au. Wie erquicklich Augenblicklich Löscht es jede wilde Glut! Wie vom Regen Blumen pflegen, Hebet sich der matte Muth. Nicht mit süßen Wasserflüssen Zwang Prometheus unsern Leim: Nein, mit Thränen; Drum im Sehnen Und im Schmerz sind wir daheim. Bitter schwellen Diese Quellen Für den Erd' umfangnen Sinn, Doch sie drängen Aus den Engen In das Meer der Liebe hin. Ew'ges Sehnen Floß in Thränen, Und umgab die starre Welt, Die in Armen Sein Erbarmen Immerdar umflutend hält. Soll dein Wesen Denn genesen, Von dem Erdenstaube los, Mußt im Weinen Dich vereinen Jener Wasser heil'gem Schooß.
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View text with all available footnotesConfirmed with August Wilhelm Schlegels poetische Werke. Erster Theil. Heidelberg bey Mohr und Zimmer 1811, pages 242-244; and with A. W. Schlegel's poetische Werke. Zweyter Theil. Neueste Auflage. Wien 1816. Bey B. Ph. Bauer, pages 14-16.
First published in Prometheus. Eine Zeitschrift. Herausgegeben von Leo v. Seckendorf und Jos. Lud. Stoll. Zweytes Heft. Wien, in Geistinger's Buchhandlung. 1808, pages 70-71, with the title Lied.
Text Authorship:
- by August Wilhelm Schlegel (1767 - 1845), "Lob der Thränen", written 1807, first published 1808 [author's text checked 1 time against a primary source]
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