by Friedrich von Schlegel (1772 - 1829)
Fülle der Liebe
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Language: German (Deutsch)
Ein sehnend Streben Theilt mir das Herz, Bis alles Leben Sich lös't in Schmerz. In Leid erwachte Der junge Sinn, Und Liebe brachte Zum Ziel mich hin. Ihr edle Flammen, Wecktet mich auf; Es ging mitsammen Zu Gott der Lauf. Ein Feuer war es, Das alles treibt; Ein starkes, klares, Was ewig bleibt. Was wir anstrebten, War treu gemeynt; Was wir durchlebten Bleibt tief vereint. Da trat ein Scheiden Mir in die Brust; Das tiefe Leiden Der Liebes Lust. Im Seelengrunde Wohnt mir Ein Bild; Die Todeswunde Ward nie gestillt. Viel tausend Thränen Flossen hinab; Ein ewig Sehnen Zu Ihr ins Grab. In Liebes Wogen Wallet der Geist, Bis fortgezogen, Die Brust zerreißt. Ein Stern erschien mir Vom Paradies; Und dahin flieh'n wir Vereint gewiß. Hier noch befeuchtet Der Blick sich lind, Wenn mich umleuchtet Dieß Himmelskind. Ein Zauber waltet Jetzt über mich, Und der gestaltet Dieß all nach sich, Als ob uns vermähle Geistesgewalt, Wo Seele in Seele Hinüberwallt. Ob auch zerspalten Mir ist das Herz; Seelig doch halten Will ich den Schmerz.
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Confirmed with Friedrich Schlegel's sämmtliche Werke. Neunter Band. Wien, bey Jakob Mayer und Compagnie. 1823, pages 132-134; and with Fried. v. Schlegel's sämmtliche Werke. Zweite Original-Ausgabe. Zehnter Band. Wien. Im Verlage bei Ignaz Klang. 1846, pages 119-120.
Notes
Stanza 5, line 2, word 1: Schlegel's 1846 edition has "Was" instead of "War" (misprint?)
Stanza 5, line 3, word 3: Schubert's 1830 and 1835 prints seem to propagate a read error from the manuscript and have "durchbebten" instead of "durchlebten".
Text Authorship:
- by Friedrich von Schlegel (1772 - 1829), "Fülle der Liebe" [author's text checked 1 time against a primary source]
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