Kling' die Nacht durch, klinge, Süßen Frieden bringe Dem, für den du tönst! Kling' in stille Ferne, So du Pilger gerne Mit der Welt versöhnst! Aber wer will wandern Zu den lieben Andern, Die vorausgewallt? Zog er gern die Schelle? Bebt er an der Schwelle, Wann »Herein« erschallt? - Gilt's dem bösen Sohne, Der noch flucht dem Tone, Weil er heilig ist?! Nein es klingt so lauter, Wie ein Gottvertrauter Seine Laufbahn schließt! Aber ist's ein Müder, Den verwaist die Brüder, - Dem ein treues Thier Einzig ließ den Glauben An die Welt nicht rauben: - Ruf' ihn Gott zu dir! Ist's der Frohen Einer, Der die Freuden reiner Lieb' und Freundschaft theilt, Gönn' ihm noch die Wonnen Unter dieser Sonnen, Wo er gerne weilt!
Confirmed with Joh. Gabr. Seidl's Dichtungen. Zweiter Theil. Lieder der Nacht. [...] Von Johann Gabriel Seidl. Wien. Druck und Verlag von J. P. Sollinger. 1826, pages 26-27; with Lieder der Nacht. Von Johann Gabriel Seidl. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage. Wien, 1851. Druck und Verlag von J. P. Sollinger's Witwe, pages 31-32; and with Joh. Gabr. Seidl's gesammelte Schriften. Mit einer Einleitung von Julius von der Traun. Herausgegeben von Hans Max. Erster Band. [...] Wien, 1877. Wilhelm Braumüller k.k. Hof- und Universitätsbuchhändler, pages 33-34.
Note: A "Zügenglöcklein" is a bell rung in Austrian churches as a call to prayer when a parishioner is dying.
Text Authorship:
- by Johann Gabriel Seidl (1804 - 1875), "Das Zügenglöcklein", appears in Lieder der Nacht [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 30
Word count: 123