by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857)
Sie stand wohl am Fensterbogen
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Sie stand wohl am Fensterbogen Und flocht sich traurig ihr Haar, Der Jäger war fortgezogen, Der Jäger ihr Liebster war. Und als der Frühling gekommen, Die Welt war von Blüthen verschneit, Da hat sie ein Herz sich genommen Und ging in die grüne Haid'. Sie legt das Ohr an den Rasen, Hört ferner Hufe Klang -- Das sind die Rehe, die grasen Am schattigen Bergeshang. Und Abends die Wälder rauschen, Von fern nur fällt noch ein Schuß, Da steht sie stille, zu lauschen: »Das war meines Liebsten Gruß!« Da sprangen vom Fels die Quellen, Da flohen die Vöglein in's Thal. »Und wo ihr ihn trefft, ihr Gesellen, Grüßt mir ihn tausendmal!«
About the headline (FAQ)
View text with all available footnotesConfirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff's Werke. Dritter Theil. Dichter und ihre Gesellen. Krieg den Philistern, Berlin, Verlegt von M. Simion, 1841, pages 228-229.
Note: first appeared (untitled) in the novel "Dichter und ihre Gesellen" (1834), later titled "Parole" in the first two editions of Eichendorff's collected poems (Berlin, 1837 and 1843); in a posthumous edition, the title was "Die Verlassene".
Modernized spelling would change "Blüthen" to "Blüten", "Haid'" to "Heid'", "Thal" to "Tal".
Text Authorship:
- by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857), no title, appears in Gedichte, in 7. Romanzen [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 20
Word count: 112