by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
So laßt mich scheinen, bis ich werde
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Language: German (Deutsch)
So laßt mich scheinen, bis ich werde, Zieht mir das weiße Kleid nicht aus! Ich eile von der schönen Erde Hinab in jenes feste Haus. Dort ruh' ich eine kleine Stille, Dann öffnet sich der frische Blick; Ich lasse dann die reine Hülle, Den Gürtel und den Kranz zurück. Und jene himmlischen Gestalten Sie fragen nicht nach Mann und Weib, Und keine Kleider, keine Falten Umgeben den verklärten Leib. Zwar lebt' ich ohne Sorg und Mühe, Doch fühlt' ich tiefen Schmerz genung. Vor Kummer altert' ich zu frühe; Macht mich auf ewig wieder jung.
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View text with all available footnotesConfirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 119; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zwanzigster Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, page 159.
First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Vierter Band. Berlin. Bei Johann Friedrich Unger. 1796, pages 259-260. The poem appears in Book 8, Chapter 2 of Goethe's novel.
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Mignon", written 1796, appears in Wilhelm Meisters Lehrjahre, first published 1796 [author's text checked 1 time against a primary source]
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