by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748 - 1776)
Die Laube
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Nimmer werd' ich, nimmer dein vergessen, Kühle, grüne Dunkelheit, Wo mein liebes Mädchen oft gesessen, Und des Frühlings sich gefreut! Schauer wird durch meine Nerven beben, Werd' ich deine Blüthen sehn, Und ihr Bildniß mir entgegen schweben, Ihre Gottheit mich umwehn! Thränenvoll werd' ich, beym Mondenlichte, In der Geisterstunde Graun, Dir entgegenzittern, und Gesichte Auf Gesichte werd' ich schaun; Mich in manchen Göttertraum verirren, Bis Entzückung mich durchbebt, Und nach meinem süßen Täubchen girren, Dessen Abbild vor mir schwebt! Wenn ich auf der Bahn der Tugend wanke, Weltvergnügen mich bestrickt; Dann durchglühe mich der Feurgedanke, Was in dir ich einst erblickt! Und, als strömt' aus Gottes offnem Himmel Tugendkraft auf mich herab, Werd' ich fliehen, und vom Erdgewimmel Fernen meinen Pilgerstab!
View text with all available footnotes
Research team for this page: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]
Confirmed with Poetische Blumenlese Auf das Jahr 1775. Göttingen und Gotha bey Johann Christian Dieterich, pages 143-144; with Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Nebst Briefen des Dichters herausgegeben von Karl Halm. Leipzig: F.A. Brockhaus, 1869, pages 163-164; and with Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Hamburg, bei Carl Ernst Bohn. 1783, pages 165-166.
Text Authorship:
- by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748 - 1776), "Die Laube", written 1773, first published 1775 [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Research team for this page: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 24
Word count: 122