by Salomon Hermann, Ritter von Mosenthal (1821 - 1877)
Zu Strassburg auf der langen Brück' See original
Language: German (Deutsch)
Zu Straßburg auf der langen Brück', Da stand ich eines Tag's, Nach Süden wandt' ich meinen Blick, In grauem Nebel lag's. Da dacht' ich mir: dahinter liegt, In wunderbarem Reiz Mit seinen Alpen, seinen Höh'n, Dein Heimatland – die Schweiz. Und wie ich's dachte, wie ich's sann, Da zog ein Knab' vorbei, Der blies in's traute Alpenhorn Der Heimat Melodei. Da ward mir's kalt, da ward mir's warm, Rasch sprang ich in die Flut. Den Rhein hinauf mit starkem Arm Schwamm ich mit frischem Muth. O hätt' mich nicht der Sergeant geseh'n, da hätt' es keine Noth. Jetzt haben sie mich eingebracht, Und schießen heut' mich todt. O liebe Herren, glaubt mir dieß, Mich zog ein süßer Ton: Der Knabe, der das Alphorn blies, Der trägt die Schuld davon. Nun führt hinaus mich vor das Thor Und meßt die fünfzehn Schritt'! Und schießet wacker -- doch zuvor Gewährt mir eine Bitt': Blas't mir das Alphorn noch ein Mal, In wunderbarem Reiz, Und dann grüßt mir viel tausendmal Mein Heimatland, die Schweiz.
Composition:
- Set to music by Ferdinand Kamm (1845 - 1897), "Zu Strassburg auf der langen Brück'", op. 45 (Liedersaal für Frauenchor. 90 drei- und vierstimmige Lieder für Schule, Haus und Verein) no. 50, published 1896 [ ssa chorus ], Zürich & Leipzig: Hug
Text Authorship:
- by Salomon Hermann, Ritter von Mosenthal (1821 - 1877), "Der Deserteur", subtitle: "Nach einem altdeutschen Volksliede"
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