by Heinrich Heine (1797 - 1856)
Des Pfarrers Familie See original
Language: German (Deutsch)
Our translations: FRE
Der bleiche, herbstliche Halbmond Lugt aus den Wolken heraus; Ganz einsam liegt auf dem Kirchhof Das stille Pfarrerhaus. Die Mutter liest in der Bibel, Der Sohn, der starrt ins Licht, Schlaftrunken dehnt sich die ältre, Die jüngere Tochter spricht: Ach Gott, wie einem die Tage Langweilig hier vergehn! Nur wenn sie einen begraben, Bekommen wir etwas zu sehn. Die Mutter spricht zwischen dem Lesen: Du irrst, es starben nur Vier, Seit man deinen Vater begraben Dort an der Kirchhofstür. Die ältre Tochter gähnet: Ich will nicht verhungern bei euch, Ich gehe morgen zum Grafen, Und der ist verliebt und reich. Der Sohn bricht aus in Lachen: Drei Jäger wohnen im Stern, Die machen Gold und lehren Mir das Geheimnis gern. Die Mutter wirft ihm die Bibel Ins magre Gesicht hinein: So willst du, Gottverfluchter, Ein Straßenräuber sein! Sie hören pochen ans Fenster, Und sehn eine winkende Hand; Der tote Vater steht draußen Im schwarzen Predgergewand.
Composition:
- Set to music by Johann Vesque von Püttlingen (1803 - 1883), "Des Pfarrers Familie", op. 22 (Abendbilder : Gedichte aus Heine's "Reisebildern") no. 1
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), appears in Buch der Lieder, in Die Heimkehr, no. 28
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Emma Lazarus) , "Der bleiche, herbstliche Halbmond", appears in Poems Selected from Heinrich Heine, ed. by Kate Freiligrath Kroeker, pages 98-99, first published 1887
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le pâle quartier de la lune d'automne", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
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This text was added to the website: 2008-02-07
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