by Gustav Falke (1853 - 1916)

Die Verschmähte
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): CAT
Komm ich längs der grünen [Weide]1,
Wo die kleinen Lämmer grasen,
Immer hör ich mir zu Leide
Eine helle Flöte blasen.

Und da hockt er morgenmunter
Auf umbuschtem Erlensitze,
Bläst sein leichtes Lied herunter,
Sich, den Schafen und dem Spitze.

Geh ich zehnmal hin und wieder,
Wird er zehnmal mich nicht sehen;
Und doch leuchtet rot mein Mieder,
Und die hellen Röcke wehen.

Unerhörte Liebesnöte
Jeden Tag und jede Stunde.
Läg doch statt der dummen Flöte
Ich einmal an seinem Munde!

Doch er kann den Mund nur spitzen,
Wenn es gilt, die Flöte blasen;
Nichts kann ihm das Blut erhitzen,
Als wenn Lämmer abseits grasen.

Und in diesen Tölpel muß ich,
Dumme Liese, mich vergucken.
Ach, wie fühl nach seinem Kuß ich
Meine Lippen jucken!

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1 Reger: "Wiese"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , title 1: "La menystinguda", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2007-06-13
Line count: 24
Word count: 125