by Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

Du kommst und gehst. Die Türen fallen
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG FRE
Du kommst und gehst. Die Türen fallen 
Viel sanfter zu, fast ohne Wehn.
Du bist der Leiseste von allen,
die durch die leisen Häuser gehen.

Man kann sich so an dich gewöhnen,
dass man nicht aus dem [Buche]1 schaut,
wenn seine Bilder sich verschönen,

von deinem Schatten überblaut;
[weil dich die Dinge immer tönen,
nur einmal leis und einmal laut.]2

Oft wenn ich dich in Sinnen sehe,
verteilt sich deine Allgestalt:
du gehst wie lauter lichte Rehe.
und ich bin dunkel und bin Wald.

Du bist ein Rad, an dem ich stehe:
von deinen vielen dunklen Achsen
wird immer wieder eine schwer
und dreht sich näher zu mir her,

und meine willigen Werke wachsen
von Wiederkehr zu Wiederkehr.

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1 Große-Schware: "Fenster"
2 omitted by Große-Schware

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Linda Godry) , "You come and go", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Tu vas et viens", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Linda Godry

This text was added to the website: 2007-06-25
Line count: 20
Word count: 118