by Karl von Lemcke (1831 - 1913)

Die Sonn ist unter
Language: German (Deutsch) 
Die Sonn ist unter, es schauert der Wind
und Zeit ist's, dass wir gehn.
Uns ward ja selber kühl, mein Kind,
seit wir uns nicht gesehn.

O Wiedersehen! Wie stieg so schnell
die alte Zeit empor,
ein kurzer Sonnenblick, der schnell,
wie schnell, ach, sich verlor!

Geglüht, gefragt, zurückgedacht,
eine Stunde Freud und Lust,
als wär es nimmer kühle Nacht
geworden in der Brust.

Eine Stunde Flut, dann Ebbe schon,
und nichts mehr zu gestehn,
die Sonn ist unter, die Glut entflohn
und Zeit ist's, dass wir gehn.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

Text added to the website: 2020-02-06 00:00:00
Last modified: 2020-02-06 15:20:05
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