by Paul Antschel (1920 - 1970), as Paul Celan
Aus der Hand frißt der Herbst mir sein
Language: German (Deutsch)
Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde. Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehn: die Zeit kehrt zurück in die Schale. Im Spiegel ist Sonntag, im Traum wird geschlafen, der Mund redet wahr. Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten: wir sehen uns an, wir sagen uns Dunkles, wir lieben einander wie Mohn und Gedächtnis, wir schlafen wie Wein in den Muscheln, wir das Meer im Blutenstrahl des Mondes. Wir stehen umschlungen im Fenster, sie sehen uns zu von der Straße: es ist Zeit, daß man weiß! Es ist Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt, daß der Unrast ein Herz schlägt. Es ist Zeit, daß es Zeit wird. Es ist Zeit.
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Text Authorship:
- by Paul Antschel (1920 - 1970), as Paul Celan [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Lars Hegaard (b. 1950), "Corona", 2015-2016 [ mezzo-soprano, clarinet, violoncello and piano ], from Vier Gedichte von Paul Celan, no. 1, Edition·S | music¬sound¬art [sung text checked 1 time]
- by Hans Kox (b. 1930), "Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt", 1972, from Gedächtnislieder, no. 3 [sung text not yet checked]
- by Michael Nyman (b. 1944), "Corona", from Sechs Lieder von Celan, no. 4 [sung text checked 1 time]
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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