by Hermann Hesse (1877 - 1962)

Du braunes Holz, behutsam leg'
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG FRE
Du braunes Holz, behutsam leg'
Ich meine Hand an deine Wände,
Und prüfe Wirbel, Brett und Steg,
Ob ich kein neu Geheimnis fände.

Oft, wenn du glänzend von der Wand
Mich anblickst, scheint in dir zu rasten
Ein Ton, den noch mein Spiel nicht fand,
Den Menschenhände niemals faßten.

Oft auch beginnst du heimlich zart
In meinem Griffe zu erwarmen,
Als läg ein Freund seltsamer Art,
Ein Lieblingsfreund mir in den Armen.

Komm her! Sei noch einmal dem Drang
Der Schwermut so wie einst zu Willen,
Da du mir tröstend nächtelang
Die heiße Jugend halfest stillen!

Da war mein ängstlich fernes Ziel:
So, wie ich's heut' vermag, zu geigen . . .
O wäre mir und meinem Spiel
Noch jene keusche Jugend eigen!

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Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 10 Die Gedichte, bearbeitet von Peter Huber, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002, pages 48-49.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "To my violin", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

Text added to the website: 2009-05-03 00:00:00
Last modified: 2018-08-28 12:43:20
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