by Peter Cornelius (1824 - 1874)

Der Wind, der wandernde Wind
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Der Wind, der wandernde Wind, 
Der die Sommerabende kühlt, 
Wer leiht seinen Tönen den Zauber, 
Wenn er rauschend die Blätter durchwühlt? 

Sind es die wehenden Föhren, 
Ist es der Halme Gewog, 
Sind's die gehöhlten Felsen, 
Die er im Wehen durchzog? 

Ist es, weil all die Klänge 
In ihm vereinigt sind, 
Daß er so meisterhaft aufspielt 
Der Wind, der wandernde Wind? 

Nein, nein, die süßen Laute, 
Mit denen er füllt den Raum; 
Er zieht sie nicht aus der Föhre, 
Nicht vom lispelnden Weidenbaum. 

Nicht von der murmelnden Quelle, 
Nicht von dem Felsenthron, 
Die Lieb' in unsrem Herzen 
Leiht ihm den ergreifenden Ton. 

Das Band, das die Seelen verbindet, 
Rühret er leis und gelind, 
Daß wir lauschen und zittern und beben 
Vor dem Wind, dem wandernden Wind. 

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Confirmed with Peter Cornelius, Gedichte, eingeleitet von Adolf Stern, Leipzig: C.F. Kahnt Nachfolger, 1890, page 73.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2021-05-01
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