Drei Lieder von Peter Cornelius

by José Vianna da Motta (1868 - 1948)

Word count: 329

1. Abschied [sung text checked 1 time]

Eh' nun Wiedersehn und Meiden 
Mich verwirren, mich erregen, 
Laß noch einmal mich bescheiden, 
Dir mein Herz zu Füßen legen. 
Willst Du Dich mir gnädig zeigen, 
O so wolle eins mir schenken: 
Meinem demuthvollen Neigen 
Ein getreues Angedenken! 
Nicht ein sehnendes Verzehren, 
[Nicht]1 ein Schmachten voller Schmerzen, 
Doch ein flammendes Verehren 
Nehm' ich mit in meinem Herzen. 
Weihe meines Geistes Waffen, 
Laß mich Deine Farben tragen, 
Dir zum Ruhm begeistert schaffen, 
Dir zu Ehren Schönes wagen! 
Du, an deren Hand mit Beben 
Ich betrat die Bahn des Schönen, 
Sei die Weihe meinem Leben, 
Sei die Muse meinen Tönen! 
Woll' an meinem Lied Dich weiden, 
Töne jedes Dir zum Frommen, 
Dann ein Bleiben ist mein Scheiden, 
Und mein Wandern ist ein Kommen. 
Lasse Lust aus Schmerz erglühen, 
Glück mich ziehn aus Scheidens Loosen; 
Lebensblumen, die verblühen, 
Werden zu Erinn'rungsrosen!

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Before reunion and avoidance now", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Peter Cornelius, Gedichte, eingeleitet von Adolf Stern, Leipzig: C.F. Kahnt Nachfolger, 1890, page 107.

1 da Motta: "Noch"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Guter Rath [sung text checked 1 time]

Wenn Glück auf Dich
Hernieder glitt,
Eh's rasch entwich
In flücht'gem Tritt,
Nimm's mit.
Streut Dir auf's Haupt
Ein Blatt der West,
Im Flug geraubt,
Vom Thau genäßt,
Halt's fest!
Laß immerdar
Dir Gaben weih'n.
[Sollt's Manna sein]1,
Fang's ein!
Doch hält ein Herz
Mit Deinem Schritt,
Das gern um Liebe
Alles litt,
Dann Glückskind Du,
Merk' auf, greif' zu,
[Halt's fest, fang's ein]2, nimm's mit!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Peter Cornelius, Gedichte, eingeleitet von Adolf Stern, Leipzig: C.F. Kahnt Nachfolger, 1890, page 88.

1 da Motta: "Sollt' es Manna sein" ; Ritter: "Und wenn es gar/ Sollt' Manna sein" ; in another edition Cornelius has "Sollt's Manna gar/ Vom Himmel sein"
2 in another edition, Cornelius has "Fang's ein, halt's fest" here and uses this line as the title.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Erfüllung [sung text checked 1 time]

Der Wind, der wandernde Wind, 
Der die Sommerabende kühlt, 
Wer leiht seinen Tönen den Zauber, 
Wenn er rauschend die Blätter durchwühlt? 

Sind es die wehenden Föhren, 
Ist es der Halme Gewog, 
Sind's die gehöhlten Felsen, 
Die er im Wehen durchzog? 

Ist es, weil all die Klänge 
In ihm vereinigt sind, 
Daß er so meisterhaft aufspielt 
Der Wind, der wandernde Wind? 

Nein, nein, die süßen Laute, 
Mit denen er füllt den Raum; 
Er zieht sie nicht aus der Föhre, 
Nicht vom lispelnden Weidenbaum. 

Nicht von der murmelnden Quelle, 
Nicht von dem Felsenthron, 
Die Lieb' in unsrem Herzen 
Leiht ihm den ergreifenden Ton. 

Das Band, das die Seelen verbindet, 
Rühret er leis und gelind, 
Daß wir lauschen und zittern und beben 
Vor dem Wind, dem wandernden Wind. 

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Peter Cornelius, Gedichte, eingeleitet von Adolf Stern, Leipzig: C.F. Kahnt Nachfolger, 1890, page 73.


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]