by Georg Scherer (1824 - 1909)

Sommernacht
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Nun breitet ihre dunklen Flügel
Die Nacht auf Garten, Feld und Wald;
Dort taucht der Mond herauf am Hügel, 
Und auch der letzte Laut verhallt. 
Die Blume nickt am Rand der Quelle, 
Der Vogel schläft auf schwankem Ast, 
Und friedlich ruhn an sicherer Stelle 
Die Menschen von des Tages Last. 

Da schwebt ein Engel durch die Räume 
Und singt und spielt ein heilig Lied;
Ein Schauern zittert durch die Bäume, 
Wo segnend er vorüberzieht.
Er segnet Obst und Korn und Reben 
Und träuft den Tau auf Blüt' und Blatt; 
Er segnet im Vorüberschweben 
Die Schläfer auf der Lagerstatt. 

Er senkt in ihre Brust den Frieden, 
Taucht in Vergessenheit den Schmerz, 
Und die durch Zeit und Raum geschieden, 
Die führt er liebend Herz an Herz. --
Und wenn der Morgenstern dann wieder 
Erlischt in Wolken, goldgesäumt, 
Da hebt der Mensch vom Schlaf die Glieder 
Und sinnt, wie er so schön geträumt.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Johannes Pache (1857 - 1897), "Sommernacht", op. 115 (Drei Männerchöre) no. 1, published 1891 [men's chorus a cappella], Leipzig, Siegel [ sung text not verified ]
  • by Gustav Rebling (1821 - 1902), "Sommernacht", op. 18 (Vier [later Fünf] Lieder für Mezzo-Sopran (oder Bariton) mit Pianoforte) no. 3, published 1883 [mezzo-soprano or baritone and piano], Magdeburg, Heinrichshofen Verlag [ sung text not verified ]

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Summer night", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2009-10-01
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Word count: 149